Atemregler - Pflege, Reinigung, Desinfektion und Revision


Bei der Pflege des Atemreglers geht es nicht nur um Hygiene, sondern vor allem um die Sicherheit. Bei diesem Gerät ist die richtige Pflege buchstäblich überlebenswichtig. Dazu ist neben der Reinigung durch den Taucher ein Fachmann nötig: Atemregler gehören ohne Ausnahme regelmäßig in Revision.

Folgende Pflegeschritte und Sicherheitsmaßnahmen führt der Taucher selbst durch:

 

Optische Prüfung:

 

Staub und Sand immer fernhalten vom Atemregler! Den Anschluss der ersten Stufe sowie den Anschluss der Flasche bei Bedarf vor dem Anschließen von Schmutzpartikeln befreien. Achtung: Nicht mit der Flaschenluft in die erste Stufe blasen! Das drückt eventuell vorhandene Schmutzpartikel, Salzkristalle oder Wasser mit Hochdruck in die erste Stufe! Gerade diese sollte aber von Verunreinigungen und Wasser frei gehalten werden. Der Sinterfilter in der ersten Stufe darf nicht verfärbt oder rostig sein – Salz, Sand oder Grünspan haben daran nichts zu suchen. Andernfalls ist die Luftzufuhr nicht mehr einwandfrei gewährleistet, das Risiko einer Vereisung erhöht. Der Anschluss-O-Ring muss geschmeidig und sauber sein.

Nicht verfärbt, rostig oder porös: So sollte der Sinterfilter in der ersten Stufe aussehen. Foto: Sonja Kaute
Nicht verfärbt, rostig oder porös: So sollte der Sinterfilter in der ersten Stufe aussehen. Foto: Sonja Kaute

Auch die Schläuche des Atemreglers müssen vorsichtig behandelt werden. Gefährliche poröse Stellen entstehen vor allem durch falsche, geknickte Lagerung. Bei der Sichtprüfung nicht die Stellen unter dem eventuell angebrachten Knickschutz und an angeschlossenen Instrumenten wie Finimeter vergessen. Mundstück, Bisswarzen und auch der Kabelbinder, der das Mundstück hält, müssen in einwandfreiem Zustand sein.

 

Reinigung und Desinfektion:

 

Atemregler werden nicht mit festem Wasserstrahl hochdruckgereinigt, sondern vorsichtig mit Süßwasser abgespült – nach jedem Tauchgang. Bei zu kräftigem Wasserstrahl können Partikel von Sand oder Salz zwischen die O-Ringe gelangen und zu Undichtigkeit führen. Wichtig ist, die erste Stufe während der Reinigung mit der meist daran befindlichen Kappe abzudecken – sonst gelangt womöglich Wasser hinein, was unbedingt zu vermeiden ist. Nicht alle Kappen sind allerdings tatsächlich wasserdicht und auch ein Abdecken des Eingangs mit dem Daumen reicht nicht aus, sondern heißt zusätzliches Risiko. Daher sollte die erste Stufe bei der Reinigung nie ins Wasser getaucht werden! Und: Beim Spülen nicht die Munddusche drücken, denn auch hierdurch kann Wasser bis zur ersten Stufe durchdringen.

 

Die Kappe wird vor dem Aufsetzen auf die erste Stufe mit etwas Luft aus der Flasche innen trocken gepustet. Wie schon erwähnt: Nur in die Kappe, nicht in die erste Stufe blasen!

 

Atemregler bergen bei fehlender Desinfektion ein Infektionsrisiko. Wie auch bei den Anzügen gilt: Reinigen ist nicht gleich desinfizieren! Ein Bad der zweiten Stufe in einer desinfizierenden Lösung ist daher regelmäßig, zum Beispiel nach dem Urlaub, ratsam.

Die zweite Stufe, Oktopus und Maske im desinfizierenden Bad. Foto: Sonja Kaute
Die zweite Stufe, Oktopus und Maske im desinfizierenden Bad. Foto: Sonja Kaute

Prüfung der Funktionsfähigkeit:

 

Die Funktionsfähigkeit des Atemreglers kann der Taucher selbst durch wenige einfache Tests überprüfen:

  • Der Atemregler darf keine ungewöhnlichen Geräusche von sich geben, wenn er an eine aufgedrehte Flasche angeschlossen ist.
  • Die Nadel des Finimeters muss sich einwandfrei verhalten. Zur Überprüfung den Atemregler anschließen, das Flaschenventil kurz öffnen und wieder schließen. Dann den Atemregler über die Luftdusche langsam entlüften. Der Zeiger des Finimeters muss dabei ohne Ruckeln auf null zurückgehen.
  • Wird der Anschluss der ersten Stufe mit dem Daumen zugehalten, darf bei einem funktionierenden Atemregler beim Atmen aus der zweiten Stufe keine Luft strömen. Ist die erste Stufe frei, sollte aus der zweiten Stufe geatmet werden können.

Aber: Diese Tests ersetzten nicht die Revision!

 

Lagerung:

 

Gelagert werden Atemregler entweder hängend oder ohne Druck durch darauf liegende Gegenstände in einer extra dafür vorgesehenen Tasche. Die Schläuche bei Bedarf vor der Einlagerung mit etwas Silikonfett behandeln.

 

Die Revision vom Fachmann:

 

Nur der Fachmann hat das Werkzeug, die Fachkenntnisse und die für jedes Modell passenden Ersatzteile für die Atemregler-Revision. Für die Wartung die Hersteller- oder Shop-Angaben beachten. Alle ein bis zwei Jahre oder 100 bis 150 Tauchgänge (je nachdem, was zuerst eintritt, außer der Hersteller empfiehlt ein anderes Intervall) steht eine Revision an. Sie ist unbedingt vom Fachmann durchzuführen, am besten vor dem großen Tauchurlaub.

 

Der Fachmann gibt dem Kunden die ausgewechselten Teile wieder mit. Dabei erlebt so mancher Taucher eine Überraschung: pilzverseuchte Membrane aus der zweiten Stufe, angelaufene, rostige und verkrustete Metallteile, poröse O-Ringe, verstopfte Sinterfilter, Steinchen und Sand oder sogar Muscheln holen Prüfer während der Revision immer wieder aus Reglern heraus – ein immenses Risiko für die Sicherheit und die Gesundheit beim Tauchen. Die Verschmutzungen gelangen schließlich ohne Umwege in die Atemwege.

Verdreckte Einzelteile, einen völlig porösen und angelaufenen Sinterfilter und sogar eine Muschel holte der Fachmann bei dieser Revision aus einem Atemregler. Foto: Sonja Kaute
Verdreckte Einzelteile, einen völlig porösen und angelaufenen Sinterfilter und sogar eine Muschel holte der Fachmann bei dieser Revision aus einem Atemregler. Foto: Sonja Kaute

Bei der Revision werden erste und zweite Stufe zerlegt, veraltete oder beschädigte Verschleißteile gegen neue ausgewechselt. Die einzelnen Teile werden im Ultraschallbad oder per Hand gereinigt und desinfiziert. Nach neuem Zusammensetzten wird der Atemregler an einer Prüfbank entsprechend den Herstellervorgaben neu eingestellt und getestet. Alle Schritte werden nachvollziehbar dokumentiert.


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