Tauchen in Lomeček: Sehenswerte Süßfisch-Suppe in Tschechien

Autorin: Sonja Kaute


Karpfen, Barsche, Zander, Hechte, Störe, Aale und ein riesiger Wels: Die Liste an Fischen, die man am Tauchplatz Lomeček sehen kann, umfasst so ziemlich alle Süßwasser-Lieblinge heimischer Taucher. Die Fahrt über die Grenze lohnt sich. Denn der kleine See in Tschechien hat noch viel mehr zu bieten.

Von der Straße aus sieht man den Ausguck eines großen Holzschiffes über den Baumwipfeln hervor lugen. Dann geht es links in eine kleine Einfahrt und kurz darauf steht man direkt am Ufer des Sees Lomeček. Er liegt etwas versteckt hinter der tschechischen Grenze, eineinhalb Stunden Fahrt von Regensburg aus. Rund um das Ufer stehen geschnitzte Holzfiguren und Skulpturen, die Toilettenhäuschen sind bunt angemalt, mit Fischen drauf. Die Website des Sees gibt es nur auf Tschechisch. Lomeček macht schon auf den ersten Blick einen etwas alternativen, kreativen und sympathischen Eindruck.

Der See ist Privateigentum von Zdeněk Zrŭst und der ist offenbar ein Freund von Tauchern. Denn nicht nur über, sondern auch unter Wasser hat er seinen See liebevoll gestaltet und hergerichtet. Teils mit Hilfe von Künstlern. Musiker, Bildhauer und Maler lädt er regelmäßig an seinen See ein. Dann spielen sie auf der kleinen Bühne unter dem Holzdach des Hauptgebäudes ein Mini-Festival direkt am Wasser.

 

Neugierige Störe und Taucherglocke

Taucher kommen natürlich vor allem wegen der Unterwasserwelt an den See. Die maximale Tiefe beträgt keine zehn Meter, die Wassertemperatur liegt im Sommer bei rund 20 Grad. Das Tauchen hier ist also sehr entspannt. Entspannt heißt aber nicht langweilig: Es gibt im Vergleich zur eher geringen Größe und Tiefe des Sees erstaunlich viel zu sehen.

 

Gleich am Einstieg wartet schon der erste neugierige Stör. Kleine Flussbarsche wuseln umher. Nach wenigen Minuten erreichen wir die Tauchglocke sowie das Habitat, welche im See versenkt sind. In die Tauchglocke können wir auftauchen, nur atmen sollte man darin lediglich durch den Atemregler, denn es gibt keinen Luftaustausch. Das Habitat liegt rund sieben Meter unter der Wasseroberfläche. Vom Ufer aus führt eine lange Leiter hinunter und so können von den Bänken darin auch Nichttaucher die riesigen Karpfen, Störe, Hechte und Barsche bestaunen, die sich bevorzugt um die Stahlkonstruktion herum tummeln.

Unter Wasser schwebt man vorbei an einer riesigen weiblichen Skulptur, einem kleinen Bootswrack, hölzernen Fisch-Figuren und versunkenen Baumstämmen. An einer Stelle liegt ein Betonrohr auf dem Grund, durch das man hindurch tauchen kann. Oben kommen dann kleine Luftblasen aus der Röhrendecke.

 

Pummelige Karpfen im Gegenlicht

Häufig besuchen die Störe uns aus nächster Nähe. Sie kommen richtig herangeschwommen und stupsen einen mit ihren spitz zulaufenden Mäulern fast an. Auch der Blick nach oben lohnt sich: Hier schwimmen pummelige Karpfen im Gegenlicht.

Die Sicht beträgt an diesem Tag vier bis fünf Meter. Im Frühjahr und Herbst ist das Wasser am klarsten, dann ist der See noch eindrucksvoller. Um ein Verirren im See braucht man sich jedoch auch bei schlechter Sicht nicht zu sorgen: Eine Leine führt um den See herum und wenn man ihr folgt, sieht man alle wichtigen Stationen. Und ganz davon ab ist der See so klein und flach, dass man sich kaum verirren oder im Zweifel auftauchen kann, wenn man sich nicht sicher ist, wo man sich gerade befindet.

 

Lomeček ist ein schönes Schmankerl für ein super entspanntes, fischreiches Tauchwochenende.


Weitere Informationen

 

Lage: Der See ist über nicht sehr gut ausgebaute Landstraßen zu erreichen und liegt kurz hinter der tschechischen Grenze. Von Nürnberg aus fährt man gut zwei Stunden gen Osten. Ausweis nicht vergessen, falls es eine Kontrolle gibt!

 

Eintritt: Um am See tauchen zu dürfen, zahlt man derzeit sechs Euro. Im Preis enthalten ist eine einfache, aber leckere Suppe. Weitere kleine Mahlzeiten und Getränke bekommt man am Haupthaus, wo man eine schöne Tauchpause einlegen kann.

 

Beste Tauchzeit: Frühjahr und Herbst, weil dann die Sicht am besten ist. Es lohnt sich aber auch im Sommer, allerdings teilt man sich den See dann mit Badenden und sollte entsprechend Rücksicht nehmen.

 

Tauchen rund um das Habitat sollte mit Vorsicht und genügend Abstand von statten gehen. Der See-Eigentümer sieht es nicht gerne, wenn die Taucher sich zu nahe am Habitat aufhalten, weil das die Sicht für die Nichttaucher verschlechtert, die vom Habitat aus die Unterwasserwelt bestaunen möchten.

 

Tagestouren nach Lomeček unternimmt zum Beispiel die Tauchschule Travel Divers von Regensburg aus (einige Tauchlehrer bilden in Kooperation mit Travel Divers auch im Raum Schwandorf / Amberg aus). Die Fahrt nach Lomeček dauert circa eineinhalb Stunden.

 

Weitere Informationen, allerdings nur auf Tschechisch, bekommt man auf der Lomeček-Website.


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