Tauchen auf Curaçao: Wir verraten euch Insider-Tipps!


Wer an Curaçao denkt, denkt an weiße Sandstrände, Palmen und türkisblaues Meer – und als Taucher an eine bunte Unterwasserwelt. Bei dekopause verraten Christa und Alex Allgayer, langjährige Bewohner der Karibik-Insel, exklusiv, wo sich das Tauchen auf Curaçao besonders lohnt.

Christa Allgayer und ihr Sohn Alex leben seit 1992 auf der Karibik-Insel Curaçao. Sie betreiben dort die „Villa Mango“, eine Unterkunft, die sich speziell auf Taucher eingestellt hat. In über 1000 Tauchgängen haben die beiden Deutschen die Unterwasserwelt Curaçaos ausgiebig erkundet, Alex hat seit 1997 einen PADI-Tauchlehrerschein. Im Folgenden geben die beiden ihre Insider-Tipps für Curaçao exklusiv weiter.

 

Tauchurlaub für Individualisten

 

Curaçao ist ein echtes Taucherparadies: Hier ist das Tauchen unkompliziert, beinahe unabhängig und absolut stressfrei möglich. Mehrere Dutzend Tauchplätze können eigenständig direkt vom Ufer aus erforscht werden, darunter auch einige Wracks. Erfahrene Taucher sind weder auf Boote, noch auf bestimmte Zeitpläne angewiesen: Der Tauchtag lässt sich individuell gestalten.

 

Die ganze Insel wird von einem Riff umsäumt, die 60 Kilometer lange Riffkante ist nur an wenigen Stellen unterbrochen. Das Riff beeindruckt mit einer enormen Vielfalt an Korallen, Fischen und Tauchplätzen und ist daher auch idealer Tauchspot für Unterwasser-Fotografen. Angenehmer Pluspunkt: Das Wasser ist das ganze Jahr über 26 bis 29 Grad warm.

 

Set-Preis für Unabhängige

 

Die Tauchschulen und Tauchresorts auf der Insel verleihen komplette Ausrüstungen, die die Taucher an einen selbstgewählten Strand mitnehmen können. Transportiert wird alles am besten in einem Mietwagen.

 

Bei den meisten Tauchschulen gibt es Set-Preise, die für den ganzen Tag gelten. Wer mehrere Tauchgänge an einem Tag machen möchte, bezahlt die Ausrüstung ein Mal und zusätzlich die Anzahl der Flaschenfüllungen. Die erste Flaschenfüllung ist im Set-Preis allerdings schon enthalten. Wer eine eigene Ausrüstung hat, bezahlt je nach Tauchhäufigkeit nur die Tauchwoche (unlimited) oder die Flaschenfüllungen.

 

Christa und Alex empfehlen folgende Tauchbasen:

 

1. Porto Mari Sports Curaçao, Playa Porto Mari – ideal für Anfänger

 

Die Tauchbasis: Sie ist ausgestattet mit sauberem und gutem Equipment und liegt an einem sehr schönen Strand. Der Manager ist ein Holländer, spricht aber auch ein wenig Deutsch. In der Tauchbasis sind alle notfallrelevanten Einrichtungen sowie Sauerstoff vorhanden, das Personal ist freundlich und immer gut drauf.

 

Das Tauchen: Das Riff ist hier ein Doppelriff, sehr schön und sehr groß: Man kann locker vier Tauchgänge machen, ohne dass es langweilig wird. Der Einstieg ist einfach, die See meist ruhig. Der Tauchplatz ist besonders für Anfänger geeignet. Die Tauchtiefe beträgt sechs bis 30 Meter. Das Riff fällt relativ gleichmäßig und langsam ab. Im Bereich zwischen 12 und 15 Metern bekommt man eine Menge zu sehen, sehr oft zum Beispiel Adler- und Stachelrochen, Schildkröten und große Grüne Muränen. Die Fischartenvielfalt ist sehr hoch.

 

Extra-Tipp: In Porto Mari gibt es ein kleines Restaurant, wo man gut und preiswert essen kann. Am Strand gibt es Duschen, Toiletten und der Parkplatz ist bewacht. Eine kleine Eintrittsgebühr muss entrichtet werden – Liegen kosten extra.

 

2. Playa Cas Abao – Karibik-Strand wie aus dem Bilderbuch

 

Der Strand: Playa Cas Abao ist der Nachbarstrand von Porto Mari und ein Strand, wie man ihn sich in der Karibik vorstellt: sehr heller Sand, Palmen, türkisfarbenes Wasser. Für diesen Strand ist eine Gebühr von zehn Gulden pro PKW (mit maximal vier Personen) zu entrichten. Man kann Liegen mieten oder eine eigene Sitzgelegenheit mitbringen. Es gibt Toiletten, Duschen, ein Restaurant – ein idealer Strand, auch für Nichttaucher.

 

Die Tauchbasis und das Tauchen: An der kleinen Tauchbasis kann man alles leihen, was man zum Tauchen benötigt. Die See ist meist ruhig, was den Einstieg angenehm macht. Das Riff fällt relativ steil ab, bietet aber genug Stoff für zwei Tauchgänge. Zu sehen gibt es auch hier hin und wieder Schildkröten und Rochen. Mit viel Glück sieht man auch mal Großfisch (groß für Curaçao).

 

Weitere Tauchspots ohne Tauchbasis am Strand:

 

Die Strände ab Porto Mari westwärts sind zwar für Taucher geeignet, aber naturbelassen und ohne jegliche Einrichtung (bis auf Playa Lagun und Playa Kalki). Weder Tauchbasen, noch Toiletten sind vorhanden. Playa St. Cruz ist weniger zum Tauchen geeignet, da hier reger Bootsverkehr herrscht und das Riff recht weit außen liegt. Zu sehen gibt es außerdem nicht viel mehr als an den anderen Riffen. Ganz im Westen gibt es allerdings noch eine Tauchbasis: Go West Diving am Strand Playa Kalki. Das sind die fünf Lieblings-Tauchspots von Christa und Alex:

 

1. Strände von St. Juan: Playa Largu – ein Strand für sich alleine

Anfahrt: Die Zufahrt zum wilden und naturbelassenen Playa Largu ist etwas abenteuerlich: Über eine Schotterpiste geht es mitten durch die Wildnis. Auf dem Weg liegt ein Landhaus; dort wird eine Gebühr von fünf Gulden entrichtet, um das Gebiet befahren zu dürfen. Dafür hat man dann allerdings – mit etwas Glück – den Strand für sich ganz alleine.

 

In Playa Largu fährt man ganz vor bis ans Ufer. Dort geht ein kleiner Weg am Ufer entlang nach rechts ab. Diesem Weg bis fast ans Ende folgen. Im Wasser liegt eine kleine Sandbank, die den Einstieg zum Riff erleichtert. Der Wagen sollte etwas seitlich geparkt werden, damit andere Fahrzeuge noch vorbei können.

 

Das Tauchen: Die See kann dort ab und zu recht rau sein. Aber das Riff ist wunderschön, ganz besonders, wenn man ab dem Sandstreifen rechts abtaucht. In etwa zehn Metern Tiefe findet man sehr viele Weichkorallen und eine sehr bunte Fischvielfalt. Desöfteren sind auch Barrakudas anzutreffen, ebenso Thunfische, Barsche und Schildkröten. Taucht man etwas tiefer ab, findet man mehr Hartkorallen und Schwämme. Das Riff an diesem Strand zieht sich über die ganze Buchtlänge. Somit kann man hier endlos viele lohnenswerte Tauchgänge machen.

 

2. Strände von St. Juan: Playa Shon Mosa – sehr gute Sichtweite

 

Das Tauchen: Das Riff ist hier etwas flacher, Tauchtiefe sechs bis 18 Meter, und es ist zwischendurch mit Sandbänken versehen. Dadurch ist es relativ hell und man hat meist eine sehr gute Sicht. Die Artenvielfalt ist sehr groß. Viele große Korallen werden von Fischen als Verstecke genutzt.

 

Der Strand: Er ist sehr naturbelassen und relativ klein. Oft hat man den idyllischen Strand ganz für sich alleine. Etwas weiter hinten gibt es viel Schatten. Auch das Auto kann wunderbar im Schatten geparkt werden.

 

3. Strände von St. Juan: Playa Manzalliña – Kalmare gucken

 

Lediglich durch ein paar größere Felsen ist dieser Strand vom Strand Shon Mosa getrennt. Taucht man hier links ab, kommt man an das bereits beschriebene Riff. Rechts ist das Riff hier etwas steiler abfallend. Taucher bekommen häufig Kalmare vor die Maske.

 

4. Playa Forti – Schildkröten und Mantarochen

 

Playa Forti: Der Tauchplatz liegt fast ganz im Westen der Insel. Das Auto kann auf dem Parkplatz oben auf dem Plateau abgestellt werden. Der Strand ist über eine Treppe erreichbar. Hier muss man etwas weiter raus schwimmen, wenn man am Riff abtauchen will, aber das lohnt sich!

 

Das Tauchen: Am besten taucht man ab circa neun Metern Tiefe nach links ab. Die durchschnittliche Tauchtiefe liegt hier bei 15 bis 18 Metern. Auch hier gibt es sehr viele Fische zu sehen, sehr häufig trifft man auf Schildkröten. Hier lohnt es sich, etwas flacher zu tauchen, denn hin und wieder kommen Mantarochen vorbei. Das Riff bietet viele Hartkorallen, Schwämme und Weichkorallen.

 

5. „Superior Producer” – Wracktauchen für Fortgeschrittene

Der Tauchplatz: Das Wrack der „Superior Producer“ ist ein Tauchplatz für Fortgeschrittene: Es liegt in etwa 30 Metern Tiefe und hier gibt es häufig starke Strömungen. Wir empfehlen, diesen Tauchgang nur in Begleitung eines Tauchguides zu machen. Der Einstieg ist – je nach Wetterlage und Seegang – oft nicht einfach.

 

Das Tauchen: Nach dem Abtauchen kann man am Wrack außen entlang tauchen, je nach Strömung vom Heck zum Bug oder umgekehrt. Extra-Schmankerl: Am Bug des Wracks kann man in die Ladekammern hinein tauchen. Innen im Schiff taucht man in Richtung Heck durch die Laderäume. Anschließend taucht man durch die Brücke/Kabinen hindurch. Bedingt durch die Tiefe und Strömung ist dieser Tauchgang oftmals recht kurz, dafür aber sehr schön und besonders erlebnisreich. Beim Auftauchen wartet ein schönes Riff auf die Taucher.

 

Noch ein Extra-Tipp

 

Natürlich gibt es noch viele weitere sehr schöne Tauchspots auf der Insel. Diese alle aufzuzählen, würde jedoch den Rahmen sprengen. Christa und Alex haben allerdings noch eine weitere Empfehlung auf Lager: Wer schöne Erinnerungen vom Tauchurlaub mitnehmen möchte, sollte sich an „Turtle and Ray Productions“ wenden. Die Produzenten, ein Deutscher und eine Brasilianerin, begleiten Urlauber auf Wunsch und dokumentieren die Tauchgänge als Fotos oder Videos. Sie sind seit 2009 auf Curaçao und haben mehr als 3000 Tauchgänge vorzuweisen. Hier ein Best-Of-Video:

Fotos vom Tauchen auf Curaçao


Wir bedanken uns bei dem Fotografen Thilo Wanner und den Autoren Christa und Alex Allgayer!


Weiterführende Informationen:

 

Curaçao ist eine Südkaribik-Insel mit gut 140.000 Einwohnern. Die Insel liegt 60 Kilometer nördlich von Venezuela und gehört zu den Niederländischen Antillen. Willemstad ist mit 125.000 Einwohnern die Hauptstadt und gleichzeitig einzige richtige Stadt auf der Insel. Die historische und multikulturelle Hafenstadt gehört zum UNESCO Weltkulturerbe. Charakteristisch sind die bunten, im holländischen Kolonialstil gebauten Häuser. Nützliche Reisetipps und Hintergrundinformationen gibt es auf der Website des Curaçao Tourist Board und im dazugehörigen YouTube-Kanal.

Klima: Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 27 Grad Celsius. Curaçao liegt außerhalb des Hurrikanegürtels. In den Wintermonaten (November bis ca. Januar / Februar) ist Regenzeit. In diesen Monaten regnet es häufig schauerartig, meist abends oder nachts, jedoch sind die Temperaturen angenehm warm. Sie liegen zwischen 24 und 33 Grad Celsius, das ganze Jahr über und auch in den heißesten Monaten (Juni bis September) wehen angenehm kühle Passatwinde. Curaçao ist daher ein Reiseziel für das ganze Jahr.

 

Sprache: Amtssprache ist Niederländisch. Viele Insulaner sprechen aber auch Englisch und Spanisch, ein paar wenige Deutsch. Die landestypische Sprache ist Papiamentu – ein Mix aus Spanisch, Portugiesisch, Holländisch, Afrikanisch und selbsterfundenen Wörtern.

 

Zeitverschiebung: Im Sommer deutsche Zeit minus sechs Stunden, im Winter minus fünf.

 

An- und Einreise: Ab vielen deutschen Flughäfen kann man in circa zehn Stunden über Amsterdam nach Curaçao fliegen. Direktflüge gibt es zum Beispiel von Air Berlin ab Düsseldorf. Reisende mit deutscher, österreichischer oder schweizer Nationalität brauchen kein Visum, wenn sie maximal drei Monate als Tourist in Curaçao bleiben. Benötigt wird jedoch ein noch mindestens sechs Monate nach Rückreise gültiger Reisepass und ein Rück- oder Weiterflugticket.

 

Gesundheit und Sicherheit: Malariagefahr besteht nicht, Reisende benötigen keine Impfungen. Das Krankenhaus in Curaçao ist das modernste der Gegend und ist mit einer Deko-Kammer ausgestattet. In Curaçao kann man das Leitungswasser überall bedenkenlos trinken. Curaçao gilt als sicher, normale Vorkehrungen wie das Abschließen von Hotelzimmern und Autos sowie das Verstauen von Wertgegenständen genügen.

 

Die Villa Mango: Christa und Alexander Allgayer betreiben direkt neben ihrem Wohnhaus die Villa Mango als Unterkunft für maximal vier Personen. Das zweistöckige, klimatisierte Haus liegt in einer ruhigen Umgebung einer ehemaligen Mangoplantage. Mit dem Auto in ein paar Minuten erreichbar: Strände, Tauchspots, Supermärkte, Apotheken, die Piers, an denen die Kreuzfahrtschiffe anlegen und die Hauptstadt Willemstad.

 

Villa Mango ist mit einem Schlafzimmer mit zwei Doppelbetten und einer großen ausziehbaren Couch im Wohnzimmer ausgestattet. Eine überdachte Veranda bietet Platz, um gemütlich sitzen zu können und den Tag bei einem BBQ ausklingen zu lassen. Ein Gas-Grill steht zur freien Verfügung und es gibt auch eine Küche. Im Ferienhaus vorhanden: 220-Volt-Steckdosen (üblicherweise benötigt man auf Curaçao einen Adapter für das us-amerikanische Steckersystem), Handtücher und Bettwäsche, Moskitonetze an allen Fenstern inklusive Veranda, eine Waschmaschine (gegen Gebühr) und kostenloses W-LAN. Für Taucher besonders interessant: Die Villa verfügt über einen Kompressor, ein Waschbecken für Tauchausrüstung und Pressluftflaschen. Alex und Christa sind bei der Organisation eines Leihwagens behilflich. Preise für Unterkunft und Tauchen stehen auf der Website der Villa Mango.

 

Don Genaro Appartements: Christa und Alex empfehlen außerdem die recht neue Appartementanlage Don Genaro weiter im Westen der Insel. Sie bietet allen Luxus, den man im Urlaub haben möchte. Und auch von hier aus kommt man in wenigen Minuten an die besten Strände der Insel.


Habt ihr auch etwas zu erzählen?

 

Habt ihr einen tollen Tauchurlaub gehabt? Kennt ihr besondere Tauchspots oder kennt ihr euch in einer Gegend besonders gut aus? Habt ihr gute Fotos? Schickt uns eure Themenideen per E-Mail an dekopause@ew80.de oder kontaktiert uns bei Facebook oder Twitter!


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