Klare Sicht und Baum-Mikado: Mit Tauchen in Tirol im Blindsee und Achensee

Autor: Sonja Kaute


Der Blindsee in Tirol gehört zu den Tauchplätzen, von denen man fast nur Gutes hört. Einigermaßen kalt soll er sein, aber auch ungewöhnlich klar, fischreich und durch viele Baumstämme im Wasser optisch beeindruckend. So liest man. Daher stand dieser See in Österreich schon lange auf der dekopause-Bucketlist. Und jetzt hat das Tauchen dort endlich geklappt.

Es ist nicht zu viel, was Foren und Websites über den Blindsee versprechen. Sein Name lässt zum Glück keinerlei Rückschlüsse auf die Sichtweite unter Wasser zu. Der Bergsee ist wunderbar klar, auch dann, wenn die Sicht für Blindsee-Verhältnisse bei meinem Besuch eher „schlecht“ war. „Nur“ rund 15 Meter können wir weit blicken. Aber das reicht locker, um die vielen Baumstämme, die sich hier besonders gegenüber dem Einstieg am Bootshaus kreuz und quer stapeln, bestaunen zu können.

Überdimensionales Mikado

 

Der Blindsee liegt auf knapp über 1.000 Meter über dem Meeresspiegel und gehört damit zu den Bergseen. Seine Tiefe beträgt maximal 25 Meter. Vom Ufer aus sowie dem nahegelegenen Ort Biberwier kann man die Zugspitze sehen. In den Achtziger Jahren rutschte im Winter (am See besteht zu dieser Jahreszeit häufig Lawinengefahr) ein ganzer Abhang ins Wasser. Die Bäume, die dabei ins Wasser stürzten, das Sediment aufwirbelten und mit der Zeit zum Teil verrotteten, haben den See damals beinahe zum Umkippen gebracht. Nur dem jahrelangen Engagement des Besitzers und anderer Unterstützer ist es gelungen, den See zu retten, so dass er bis heute ein lohnenswertes Tauchziel ist. Durch diese Baumstämme wie durch ein überdimensionales Mikado zu schweben, bleibt in Erinnerung. Eine gute Tarierung sollte hier selbstverständlich sein.

Erstaunlich ist auch der Abwechslungsreichtum des Sees. Denn neben dem Baum-Mikado gibt es auch eine Steilwand, flachere, bewachsene Stellen, über denen Fischschwärme schweben, und eher felsige oder sandige Bereiche. Eine große Runde durch den See zeigt: Langweilig wird es einem hier nicht. Immer wieder begegnen einem Fische: Zander, Karpfen, Schleien und Barsche leben im See. Wer zum See mitkommt, ohne zu tauchen, kann hier baden oder auf dem Wanderweg eine Runde um den See drehen.

Tauchen mit Tauchen in Tirol

 

Der See gehört zum Privatbesitz des Mohr Life Resorts. Man kann dort aber auch tauchen, wenn man nicht dort wohnt, zum Beispiel mit Tauchen in Tirol mit Sitz in Innsbruck. Inhaber Dieter Kuchling ist mit seinen über 10.000 Tauchgängen einer der ganz „alten Hasen“ in der Branche. Er ist ein angenehm unaufgeregter Typ, der sein Wissen und seine Erfahrung gerne teilt, viel Wert auf Sicherheit legt und den Massenbetrieb nicht mag. Entsprechend führt er sein Tauchcenter seit bald 40 Jahren mit einer sympathischen Mischung aus Sicherheit, Strenge, Herz und Leidenschaft. Die Philosophie laut Website: „Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert.“

 

Mit Tauchen in Tirol kann man natürlich noch weitere Tauchplätze erleben, darunter den Achensee nordöstlich von Innsbruck als Haussee. Auch der Achensee ist ein Bergsee, allerdings wesentlich größer als der Blindsee. Genauer gesagt ist es der größte See Tirols – und mit seinem Kraftwerk ein überaus wichtiger Energielieferant für Deutschland. Mit rund 130 Metern Maximaltiefe ist er außerdem wesentlich tiefer als der Blindsee.

Foto: Frank Stüdemann
Foto: Frank Stüdemann
Foto: Frank Stüdemann
Foto: Frank Stüdemann
Foto: Frank Stüdemann
Foto: Frank Stüdemann

Landschaftlich ist der Achensee nicht so spektakulär, doch auch hier findet man viele Fischarten, darunter Aalrutten, verschiedene Forellen, Elritzen, Flussbarsche, Hechte, Saiblinge und einige Arten mehr. Und wer die Tiefe mag, kann hier durchaus die ein oder andere Besonderheit entdecken.

Foto: Sonja Kaute
Foto: Sonja Kaute

Weitere Seen in der Umgebung

 

Übrigens: Wunderbar kombinieren lässt sich ein Tauchtrip zum Blind- und Achsensee mit Tauchgängen in weiteren Seen, darunter:

  • Urisee

Es lohnt sich daher durchaus, eine ganze Woche oder länger in der Region zu verbringen und verschiedene Seen zu kombinieren. Zumal es mit der Zugspitze, Innsbruck und diversen Wandergebieten weitere lohnende Ziele gibt, die auch nichttauchende Mitreisende interessieren könnten.

Foto: Sonja Kaute
Foto: Sonja Kaute
Foto: Frank Stüdemann
Foto: Frank Stüdemann
Foto: Frank Stüdemann
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Foto: Sonja Kaute
Foto: Sonja Kaute
Foto: Sonja Kaute
Foto: Sonja Kaute

Weitere Informationen

 

Anreise: Der Blindsee liegt in Tirol direkt an der Fernpassstraße, an der auch der Fernstein und Samaranger See liegen. Von München aus ist er mit dem Auto in rund zwei Stunden Fahrt zu erreichen. Der Achensee liegt ebenfalls in Tirol, die Fahrzeit von München aus beträgt rund eineinhalb Stunden.

 

Zufahrt zum Blindsee: Wegen der starken Frequentierung ist die Zufahrt zum See inzwischen durch eine Schranke geregelt. Der Einlass kostet vier Euro (muss man in Münzen dabei haben) und wird nur so lange gewährt, wie es Parkplätze gibt. Das soll auch dem Schutz des Sees dienen, denn in der Vergangenheit haben die zahlreichen Bade- und Tauchgäste leider auch viel Müll und Schmutz hinterlassen. Das Übernachten am See ist verboten.

 

Beste Tauchzeit: Am klarsten sind die Bergseen natürlich im Winter. Im Blindsee wird manchmal Eistauchen angeboten. Da dies allerdings sehr aufwändig sein kann (schon allein wegen der Zufahrt über mehrere Kilometer) und obendrein häufig Lawinengefahr besteht, gibt es dafür keine Garantie. Auch im Sommer ist der See einen Besuch wert, dann ist er aber auch schnell überfüllt. Daher empfiehlt sich ein Besuch an einem Wochentag eher als am Wochenende.

 

Tauchen in Tirol: Die Tauchbasis Tauchen in Tirol von Dieter Kuchling befindet sich in einem Gewerbegebiet in Innsbruck und liegt damit auf halber Strecke zwischen Blind- und Achensee. Dieter Kuchling legt Wert auf eine gute Ausbildung und Sicherheit beim Tauchen und mag keine Massenabfertigung. Wer mit ihm taucht, profitiert davon.

 

Unterkunft: Neben dem Mohr Life Resort, in dessen Privatbesitz sich der Blindsee befindet, gibt es viele weitere Unterkünfte in der Umgebung. Ich kann als günstige Alternative eine Ferienwohnung im Biberhof in Biberwier empfehlen, an den auch ein Campingplatz und ein Pferdehof angeschlossen sind. Zum Blindsee kommt man in rund zehn Minuten Autofahrt. Die Fahrt nach Innsbruck dauert rund ein bis eineinhalb Stunden, vorausgesetzt, die Fernpassstraße ist nicht überfüllt. Das kommt insbesondere in den Sommermonaten häufiger vor.


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