"Ich konnte kaum abwarten, wieder zu tauchen" - "Andersreisender" Gerhard Liebenberger über sein neues Hobby

Autorin: Sonja Kaute


Foto: Gerhard Liebenberger
Foto: Gerhard Liebenberger

Knapp 27.000 Besucher haben im Oktober die Reise-Abenteuer von Gerhard Liebenberger im Blog „Andersreisen“ verfolgt. Der Österreicher hat kürzlich tauchen gelernt. Uns hat er erzählt, warum ihn das Tauchfieber gepackt hat und wie es weitergeht.


Stell dich bitte einmal kurz vor: Woher kommst du, was machst du beruflich und worum geht es in deinem Blog?

 

Ich freue mich, dass ich als „Reisender aus Leidenschaft“ hier auch von meinen Taucherlebnissen erzählen darf. Mein Name ist Gerhard Liebenberger (37), ich bin gebürtiger Steirer und wohne seit 18 Jahren in Salzburg. Zumindest, wenn ich nicht gerade auf Reisen bin, denn das Reisen ist gleichzeitig auch ein Teil meines Berufs.

 

Ich berichte von meinen Reiseerlebnissen auf der Leinwand, aber auch in meinen Reiseblogs www.andersreisen.net und www.schienenreisen.com und gelegentlich in Zeitungen. Außerdem gebe ich mein Wissen im Bereich Blogs und Social Media in Seminaren weiter und für 2016 plane ich gemeinsam mit zwei BloggerkollegInnen die ABCstar Bloggerkonferenz in Linz.

Foto: Gerhard Liebenberger
Foto: Gerhard Liebenberger

Du schreibst neuerdings auch übers Tauchen. Wie bist du dazu gekommen?

 

Das Thema Tauchen hat sich perfekt in meine „anders reisen“ Themen eingefügt. Tauchen lässt sich sehr gut mit Reisen kombinieren. Ich habe im Februar, während meiner Reise durch Indien, endlich den Tauchschein gemacht. Das stand eigentlich schon lange auf meiner „ToDo“ Liste. Ich habe es immer hinausgeschoben, da ich bei den Ohren empfindlich bin.

 

Die Andamanen waren ein besonders schöner Ort für die Tauchausbildung. Und – abgesehen von einer Erkältung zwischendurch – hat auch alles super funktioniert.  Vom ersten Moment an war die Unterwasserwelt für mich aufregend.

Foto: Gerhard Liebenberger
Foto: Gerhard Liebenberger

Was reizt dich denn daran besonders?

 

Beim Tauchen lernt man seinen Körper besonders gut kennen. Besonders faszinierte mich zu Beginn, dass man allein durch die Atmung beeinflussen kann, ob man abtaucht oder ob es Richtung Oberfläche geht. Bald hat man dann das Zusammenspiel zwischen Körper, Luft und Technik raus und es gelingt im Wasser scheinbar schwerelos zu schweben. Ein tolles Gefühl, das mir immer wieder aufs Neue gefällt.

 

Du schreibst im Blog von einem „Wow-Gefühl“ bei deinen ersten Tauchgängen. Welche Tipps würdest du Anfängern geben, damit der erste Tauchkurz entspannt abläuft?

 

Manches kann man leider erst im Nachhinein besser beurteilen, zum Beispiel die Qualität der Tauchausbildung. Ich hatte mit meiner Tauchschule großes Glück. Für einen guten Start ins Tauchabenteuer sollte die Gruppe nicht zu groß sein. Wir waren zu zweit, da hatte der Tauchlehrer dann auch genügend Zeit alle Übungen genau zu zeigen und auf persönliche Bedürfnisse einzugehen. Es wurde viel Wert darauf gelegt, dass wir die Übungen richtig ausführten. Ich fand das sehr gut. Während meiner Erkältung konnte ich einige Tage pausieren und dann – wieder gesund – den Tauchkurs fortsetzen. Das fand ich auch sehr angenehm, dass es hier keinen Druck gab. Ich finde das wichtig – schließlich sollte Tauchen Spaß machen.

Du hast um die Andamanen deinen Tauchschein gemacht, bist diesen Sommer aber auch in einige österreichische Seen gesprungen. Was gefällt dir am Meer, was am Süßwasser?

 

Ich konnte es kaum abwarten, nach meiner Indienreise wieder zu tauchen. Mitte März kam ich zurück nach Österreich, Ende März war ich das erste Mal im Attersee tauchen. Bei vier Grad Wassertemperatur war es ein etwas anderes Gefühl als im 29 Grad warmen Meer. Auf den Andamanen sah ich viele bunte Fische, Korallen und alles hatte eine Leichtigkeit. Im Attersee war die Sicht bei meinem ersten Tauchgang auch gut, aber dafür war alles sehr ruhig und scheinbar noch im Winterschlaf.

Foto: Gerhard Liebenberger
Foto: Gerhard Liebenberger

Ich habe diese Ruhe im See mittlerweile zu schätzen gelernt. Man muss sich viel mehr auf Besonderheiten fokussieren. Außerdem sind Tauchgänge im See wegen der Wassertemperaturen und der Sichtweite wesentlich anspruchsvoller. Mir gefällt das. Noch dazu liegen einige der tollsten Tauchplätze – wie zum Beispiel am Attersee – direkt vor meiner Haustüre.

 

Du warst vor den Galapagos-Inseln schnorcheln, unter anderem mit Seelöwen. Wie war das?

 

Es ist schon eine verrückte Sache den Seelöwen zuzusehen. Sie fühlen sich durch die Anwesenheit von Menschen überhaupt nicht gestört – weder an Land noch im Wasser. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass sie die Menschen mit ihrer Wasserakrobatik sogar beeindrucken wollen.

Vor einer Weile hast du in deinem Blog geschrieben: „Ich bin mir nicht sicher, ob ich im Winter Lust aufs Tauchen habe.“ Du hattest Angst, dass die Kälte dich letztlich doch abschreckt. Wie sieht es heute aus?

 

Daran hat sich nicht wirklich etwas geändert. Die letzten Wochen war ich sehr viel auf Reisen und hatte leider keine Zeit zum Tauchen. Das tolle Herbstwetter hätte mich durchaus noch animieren können. Wenn’s draußen bald kalt ist, stehen für mich andere Tätigkeiten im Vordergrund. Da habe ich nicht wirklich Lust, bei Schneegestöber in den eiskalten See zu steigen.

 

Naja… mal sehen… vielleicht gibt’s ja doch noch einen Wintertauchgang. Mein Halbtrocken-Tauchanzug hängt auf jeden Fall schon im Schrank. Vielleicht leihe ich mir einen Trocki für einen Tauchgang mit Punsch und Lebkuchen, bevor ich Ende des Jahres in wärmere Gegenden reisen werde.

 

Im Blog hast du schon angedeutet, dass es zum Jahresanfang für dich nach Kuba und Mexiko geht. Was wirst du dort machen? Stehen die Cenoten auf dem Programm?

 

Ja, ich freue mich auf einen Monat in Kuba und 14 Tage in Mexiko. Kuba bereise ich, um dann in einer neuen Multivisions-Show ab 2017 von diesem Land erzählen zu können. Ich bin sehr gerne mit der Bahn in meinen Reiseländern unterwegs. Mal sehen, ob das in Kuba auch klappt. Angeblich soll es dort auch sehr schöne Tauchspots geben, ein oder zwei Tauchgänge sollten sich da zeitlich ausgehen.

 

Wahrscheinlich werde ich meine Zeit in Mexiko in der Gegend um Tulum verbringen. Der Platz ist nicht ganz zufällig gewählt, denn mir wurde schon sehr viel von den Cenoten vorgeschwärmt! Und die sind von Tulum nicht weit entfernt. Ich freue mich schon sehr darauf und werde bestimmt auch im Blog darüber berichten.

Foto: Gerhard Liebenberger
Foto: Gerhard Liebenberger

Geht es in deinen Multivisions-Shows auch ums Tauchen? Und wo kann man dich in den kommenden Wochen live erleben?

 

Mir gefällt es, von den Reiseländern und den Reiseerlebnissen persönlich auf der Bühne zu berichten und die Bilder und Videos auf der Leinwand zu zeigen. In der aktuellen Multivisions-Show „Süd Indien – Ein Bahn-Reise-Abenteuer“ berichte ich auch von meinen ersten Tauchgängen. Wer selbst unter Wasser filmt und fotografiert weiß, dass es vor allem als Anfänger gar nicht so leicht ist, gut tariert zu sein und schöne Bilder von einem Tauchgang mitzubringen. Ich wollte unbedingt in meinen Shows Eindrücke vom Tauchen zeigen und hatte meine Kamera bei den ersten beiden Tauchausflügen mit dabei. Die Videos waren für mich eine Herausforderung, es hat aber überraschend gut geklappt.

 

Vergangene Woche habe ich die letzten öffentlichen Shows gezeigt, nun ist bis Februar Pause. Nach meiner Rückkehr aus Mexiko bin ich hauptsächlich in Oberösterreich unterwegs, weitere Termine im Herbst 2016 sind geplant. Alle Termine und Infos unter www.liebenberger.com/indien.

 

Vielen Dank für das Interview und alles Gute dir!


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