8 Tipps und Regeln: Was man bei Bootstauchgängen beachten sollte

Autorin: Sonja Kaute


Jovana Milanko / istockphoto.com
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Kürzlich habe ich 8 Tipps und Regeln dazu aufgelistet, was man auf Deck eines Tauchboots beachten sollte, um das Zusammenleben von Crew und Tauchern angenehm zu machen. In diesem Beitrag geht es darum, was man bei Bootstauchgängen ab dem Sprung ins Wasser beachten sollte.

1. Sei gut vorbereitet

 

Wie immer beim Tauchen sollte man auch vor einem Bootstauchgang gut vorbereitet sein. Dazu gehört natürlich das Briefing, in dem es auf Booten vor allem um die Beschaffenheit des Tauchplatzes und besondere Bedingungen geht. Man sollte wissen, was einen nach dem Sprung ins Wasser erwartet: etwa bezüglich Strömung, Wellengang, Tiefe, Sichtweite, Zusammenstellung der Gruppe und Ausrüstung von Buddy und Guide, damit man sie in der Tiefe nicht mit anderen Tauchern verwechselt. Wichtig kann bei Bootstauchgängen ein Kompass sein, um die Orientierung unter Wasser zu üben oder im Zweifel leichter zurück zum Boot zu finden. Manchmal ist er sogar Pflicht. Besonders wichtig ist bei Bootstauchgängen, dass die Taucher richtig tariert sind. Es kann schließlich immer sein, dass man im Blauwasser auftauchen muss. Auch dann sollte man den Sicherheitsstopp auf drei Metern problemlos meistern können. Also lieber ein Kilogramm Blei mehr mitnehmen als weniger.

 

2. Ins Wasser per Ausfallschritt – nicht springen!

 

Es gibt verschiedene Arten, ins Wasser zu kommen. Bei Schlauchbooten in der Regel per „Rolle rückwärts“ über den Wulst, auf anderen Booten meist durch einen beherzten Ausfallschritt ins Wasser. Man sieht allerdings immer wieder Taucher, die diesen nicht richtig durchführen und so ein Verletzungsrisiko eingehen. Es gilt immer, die Maske mit einer Hand leicht gegen das Gesicht zu drücken und die restliche Ausrüstung mit der anderen Hand am Körper zu halten. Der wichtigste Aspekt ist aber der große Schritt nach vorne. Auf keinen Fall sollte man einen Hüpfer nach vorne machen. Knallt der Flaschenboden gegen den Rand der Plattform, weil man nicht weit genug im Wasser gelandet ist, kann das Flaschenventil in den Nacken knallen. Ins Wasser kommt man also nicht mit einem Sprung, sondern mit einem großen Ausfallschritt nach vorne. Wenn die Crew anschließend sagt, man sollte diesen künftig größer machen, sollte man das ernst nehmen.

 

3. Vergiss nicht den letzten Check vorm Abtauchen

 

Meist treffen sich die Tauchgruppen an der Ankerleine beziehungsweise vor oder hinter dem Boot. Dort werden vor dem Abtauchen noch letzte Checks gemacht: Sitzt die Maske auch nach dem Sprung ins Wasser richtig? Ist der Buddy in der Nähe? Ist der Guide im Wasser und hat sich die richtige Gruppe um ihn versammelt? Fühlt man sich wohl? Der Guide wird ein letztes „Ok“ abfragen, das man bestätigt, wenn es der Wahrheit entspricht. Dann folgt das Zeichen für „Abtauchen“ und die Gruppe beginnt gemeinsam den Abstieg.

 

4. Check die Lage vor dem Verlassen des Ankerpunktes

 

Während des Abtauchens oder spätestens vor dem Verlassen der Ankerleine sollte man noch einmal Kontakt zum Buddy aufnehmen und schauen, ob der Druckausgleich funktioniert hat und alles in Ordnung ist. Hier wird auch der Guide noch einmal alle Taucher anschauen. Außerdem sollte man sich die Umgebung rund um den Ankerplatz gut ansehen: Welche markanten Punkte gibt es hier? Wie tief ist die Stelle? Kann ich das Boot von unten sehen? In welche Richtung geht es laut Kompass los und zurück? All diese Faktoren können auf dem Rückweg helfen, das Boot beziehungsweise die Ankerleine wiederzufinden. Schließlich möchte man dort wieder auftauchen.

Miguel Angelo Silva / istockphoto.com
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5. Achte noch mehr auf Computer und Luftverbrauch

 

Wer noch nicht viele Tauchgänge gemacht hat, unterschätzt schnell, wie viel mehr Luft man verbraucht, wenn der Tauchgang tiefer ist als gewohnt. Daher sollte man bei Bootstauchgängen immer besonders den Luftverbrauch beobachten, 100 bar rechtzeitig an Guide und Buddy melden (manchmal werden hier 120 bar vereinbart als „Halbzeit“) und auf die Null- beziehungsweise Dekozeit auf dem Computer achten. Auch unterschätzt wird manchmal die Luft, die man beim Auftauchen an der Ankerleine inklusive Sicherheitsstopp noch verbraucht. Dieses geht wegen des direkten Weges meist viel langsamer von statten als bei einem Landtauchgang. Manchmal wird der Teil der Gruppe mit dem größeren Luftverbrauch nach oben geschickt, während ein anderer Teil noch ein paar Minuten weiter um den Ankerplatz herum tauchen darf.

 

6. Tauche am Boot auf, aber nicht unterhalb der Plattform

 

Aufgetaucht wird soweit möglich direkt am Boot und in der Gruppe. Wichtig ist, nicht unter der Plattform aufzutauchen. Hier wird Blei hochgereicht, kann ein Taucher von der Leiter oder der Plattform fallen oder sein Blei verlieren. Das möchte man nicht auf den Kopf kriegen. Und bei starkem Wellengang werden Leiter und Plattform oft heftig durchgeschüttelt, was gefährlich werden kann. Außerdem bleibt man natürlich jederzeit dem Bootsantrieb fern. Es sind schon Taucher bei lebensgefährlichen Unfällen in Schiffschrauben geraten. Den Anweisungen der Crew ist streng zu folgen.

 

7. Sei vorsichtig und rücksichtsvoll beim Ausstieg

 

Es steigt immer nur ein Taucher die Leiter hoch. Der nächste wartet, bis dieser Taucher sicher an Bord ist und die Plattform verlassen hat. Vordrängeln ist unfair (außer, die Taucherblase drückt, dann kann man ja „nett drängeln“). Werden Blei und Flossen vor dem Ausstieg an die Crew gereicht, geschieht dies mit Vor- und Rücksicht. Sicherheit geht vor Ungeduld.

 

8. Verhalte dich rücksichtsvoll an Deck

 

Hat man das Wasser verlassen, geht man zügig an seinen Platz auf Deck, rödelt ab wie von der Crew vorgegeben und räumt sein Zeug möglichst zusammen. Eventuell wird gleich die zweite Flasche vorbereitet. Ist alles ordentlich und sicher (Wind und Wellen beachten) verstaut, ist Zeit fürs Sonnendeck, für einen Happen zu Essen, einen Schluck Wasser und jede Menge Seemannsgarn. ;)


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