8 Tipps und Regeln: Was man auf Deck eines Tauchboots beachten sollte

Autorin: Sonja Kaute


aldra / istockphoto.com
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Bootstauchen gehört zu den angenehmsten Arten des Tauchens: Man erreicht neue Tauchplätze, muss seine Ausrüstung nicht weit schleppen und kommt leicht ins Wasser. Diese acht Regeln und Tipps gelten auf allen Tauchbooten und machen das Zusammenleben von Crew und Tauchern angenehm.

Für das richtige Verhalten auf Tauchbooten gibt es an jeder Tauchbasis eigene, spezielle Regeln, die man befolgen sollte und in die man bei der ersten Ausfahrt eingewiesen wird. Doch ein paar Tipps gelten für alle Tauchboote. Sie machen die Ausfahrten sicher und effektiv und sorgen für ein ungestörtes Agieren von Crew und Tauchern auf Deck:

 

1. Befolge die Anweisungen der Crew

 

Die Crew kennt das Boot in- und auswendig. Sie weiß, was sie tut und wie der Ablauf auf dem Boot am besten organisiert wird. Daher lautet die erste goldene Regel, die Anweisungen der Crew auf dem Boot zu befolgen – auch, wenn sie sich von dem unterscheiden, was auf anderen Booten galt. Wer das nicht tut, macht sich unbeliebt und sorgt obendrein wahrscheinlich für unnötige Störungen im Regelbetrieb. Die Crew kennt die Bedingungen vor Ort, hat einen Zeitplan im Kopf und erkennt zum Beispiel Wellengang, Strömungen und sonstige Wetterbedingungen besser als jeder Tauchgast. Spezielle Anweisungen betreffen hier, zusätzlich zu Anweisungen für das Tauchen, zum Beispiel die Toilette an Bord, Notfall-Szenarien, das An- und Abrödeln vor und nach dem Tauchen, Ein- und Ausstieg, Be- und Entladen des Bootes, einen möglichen Trockenbereich auf dem Boot und das Herumlaufen auf Deck.

 

2. Stehe nicht im Weg herum

 

Wenn man gerade nichts Konkretes zu tun hat, sollte man sich auf seinen Platz setzen oder sich in dafür ausgewiesenen Bereichen aufhalten (zum Beispiel Sonnendeck oder Essplatz). Ansonsten wird man vermutlich irgendwem im Weg stehen. Diese Regel gilt insbesondere beim An- und Ablegen, denn dabei benötigen Crew und Kapitän freie Wege und Sicht.

 

3. Weniger ist mehr

 

Für einen normalen Tagesausflug per Boot benötigt man neben der Ausrüstung und den Tauchpapieren nicht viel: ein Handtuch, Kamera, Sonnencreme und -brille, eventuell eine Mütze und Fleecejacke, je nach Verpflegung an Bord eine Kleinigkeit zu essen, Wasser und etwas Bargeld. Viel mehr als das sollte nicht nötig sein. Es gilt in jedem Fall – selbst auf einem Safariboot, auf dem man mehrere Tage und Nächte bleibt: weniger ist mehr! Tauchtrolleys beispielsweise nehmen auf den meisten Booten nur unnötig Platz weg und lassen sich nicht platzsparend verstauen.

JackF / istockphoto.com
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4. Halte Deine Ausrüstung zusammen

 

Auf Tauchbooten ist es wegen des begrenzten Platzes unbedingt notwendig, dass jeder seine Ausrüstung beisammen hält. Auf fast allen Tauchbooten bekommt man einen eigenen Platz zugewiesen, an dem während der Ausfahrt auch die eigene Ausrüstung samt Flasche gelagert ist. Das ist auch der Platz, an dem man sich an- und auszieht. Häufig lagert die Ausrüstung in einer Kiste mit Namen, so dass für alle klar ist, wer wo sitzt. Seine Ausrüstung sollte man an diesem Platz so platzsparend wie möglich lagern und auch direkt vor und nach dem Tauchgang möglichst platzsparend damit umgehen. Am besten gewöhnt man sich hier eine Routine an, was man in welcher Reihenfolge verpackt, wo man Maske und Tauchcomputer verstaut etc. Und natürlich sollte man das Blei möglichst auf dem Boden ablegen, damit es nicht dem Buddy auf den Fuß fällt. Meist gibt es für Rucksäcke, Kameras und Handtücher einen gesonderten Trockenbereich.

 

5. Verstaue alles so, dass es nicht von Bord fallen kann

 

Manche Boote sind geschlossen, manche eher offen. Mal ist das Wasser ruhig, mal fährt man über raue See, mal ändert sich das Wetter während der Ausfahrt oder große Schiffe verursachen hohe Wellen. Und manchmal tut der Wind sein Übriges. Auf Booten gilt es daher immer, möglichst nichts offen herumliegen zu lassen. Handtücher sollte man in den Rucksack packen oder verknotet aufhängen, Computer, Kameras, Masken und sonstige Kleinteile immer sicher verstauen. Auf manchen Booten gibt es Netze oder Haken dafür, aber nicht immer. Daher sollte man einen kleinen Rucksack oder wasserdichten Packsack dabei haben.

 

6. Höre beim Briefing genau zu

 

Vor jedem Tauchgang findet ein Briefing statt, bei Bootstauchgängen meist auf dem Boot und vor dem Anrödeln. Hier werden Tauchplatz und Tauchgang besprochen, Unterwasserzeichen, das Prozedere vor dem Sprung ins Wasser und die Einteilung der Taucher. Dabei sollte man genau zuhören und bei Bedarf Fragen stellen.

apomares / istockphoto.com
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7. Achte auf das richtige Timing beim Anrödeln

 

Es ist verlockend, sich auf einem Boot schon sehr früh anzurödeln, um dann sicher fertig zu sein, wenn es losgehen soll. Schließlich möchte niemand, dass andere auf einen warten müssen. Doch zu früh sollte man damit nicht beginnen und vor allem gelten diesbezüglich auf jedem Boot andere Regeln. Manchmal steigt man schon im Neopren aufs Schlauchboot, ein anderes Mal dauert die Ausfahrt so lange, dass das überhaupt keinen Sinn machen würde. Hier sollte man auf die Ansagen der Crew achten. Häufig läuft es so ab: Flasche fertig machen während der Fahrt oder kurz vorm Anlegen am Tauchplatz (je nach Witterung, manchmal werden die Flaschen auch schon montiert an Bord gebracht), Tauchanzug anziehen erst kurz vor dem Tauchen, um beispielsweise eine Überhitzung zu vermeiden. Je kleiner das Boot und je unruhiger das Wetter, desto wichtiger ist das richtige Timing. Manchmal ziehen sich verschiedene Buddy-Gruppen zu verschiedenen Zeiten an, was auf kleinen Booten sehr angenehm sein kann. Dann sollte man sich an diese Einteilung halten und aus dem Weg gehen, sobald man fertig ist.

 

8. Helfe anderen Tauchern, wenn nötig

 

Bei aller gebotenen Zurückhaltung auf Tauchbooten sollte man natürlich nicht vergessen, anderen bei Bedarf zu helfen. Vermutlich kommt jeder auf einem Boot irgendwann in eine Situation, in der er für etwas Unterstützung dankbar wäre. Sei es beim An- oder Ausziehen des Anzugs, beim Anreichen von Ausrüstungsteilen, beim Anziehen des Jackets, beim Einstieg oder beim Laufen auf dem Boot bei Wellengang. Wie generell beim Tauchen sollte man auch auf Booten hilfsbereit sein und das Tauchen als Teamsport verstehen.

 

 

 

Zu Teil 2: Was man bei Bootstauchgängen beachten sollte – 8 Tipps und Regeln


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