Tauchen im Mittelmeer: Steilwände, Wracks und mehr in Kroatien

Autorin: Sonja Kaute


Foto: Sonja Kaute
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Ich liebe das Mittelmeer. Seine oft schroffe Küste mit glitschigem Einstieg ins Wasser, die Oktopusse, Conger-Aale, Nacktschnecken, Muränen. Im Mittelmeer habe ich vor 18 Jahren das Tauchen gelernt. Noch immer staune ich, wie vielfältig und erlebenswert dieses Meer ist, zum Beispiel in Kroatien.

Es ist eben nicht nur eintönig, kalt und trüb, das Mittelmeer. Gerade erst komme ich zurück von einer Wohnmobil-Reise entlang der kroatischen Küste und ich habe nicht ein einziges Mal wirklich gefroren beim Tauchen. Der Spätsommer ist wunderbar geeignet für einen Tauchurlaub am Mittelmeer. Weil die Temperaturen tagsüber noch angenehm warm, nachts schon angenehm kühl sind und das Wasser um die 20 Grad warm ist. Teilweise sogar wärmer.

 

Und Kroatien hat wie viele Regionen am Mittelmeer eine abwechslungsreiche Flora und Fauna zu bieten. Natürlich sind damit Oktopusse gemeint, Muränen, Nacktschnecken, Conger-Aale. Aber auch Seepferdchen, Sepien, Rochen, Mondfische, Katzenhaie und Delfine kann man hier sehen – vieles davon sogar, ohne jahrelang darauf warten zu müssen.

Foto: Sonja Kaute
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Kein Wunder: Die kroatische Küste ist rund 1770 Kilometer lang und davor gibt es mehr als 1200 Inseln. Das Mittelmeer präsentiert sich in vielfältigen Unterwasserlandschaften: Seegraswiesen, Geröllfelder, sandige Canyons, im Sonnenlicht glitzernde Felsformationen, Gorgonienwälder, Steilwände, Grotten, Wracks und natürlich auch einige Unterwasser-Naturparks, in denen das Leben noch reicher ist.


Foto: Sonja Kaute
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Zugegeben, auch im Mittelmeer machen sich die Schattenseiten unserer Lebensweise deutlich bemerkbar. Manche Gegenden sind eher fischarm, selbst sonst so häufige Zeitgenossen wie Oktopusse oder Muränen muss man lange suchen. Im August erzählte man uns auf einem Tauchboot, an dem zu betauchenden Platz nahe der Küste liege ein Eisenkäfig auf dem Boden. Das sei ein Überbleibsel der Forschung von Hans Hass. Er erforschte hier – man kann sich das heute kaum noch vorstellen – Blauhaie. Hans Hass starb im Juni 2013, seine Lotte im Januar 2015. Und auch die Blauhaie sind längst verschwunden. Aber das Mittelmeer bietet noch immer viel Sehenswertes, auch unter Wasser. Wenn nur mehr Menschen das zu schätzen wüssten.

 

Wracks vor der Südküste Istriens

 

Pula, die größte Stadt Istriens, war jahrhundertelang ein wichtiger Kriegshafen und ein strategisch wichtiger Punkt auf den Handelsrouten. Zahlreiche Schiffe sind hier versunken oder durch Minenfelder zerstört worden und dann gesunken. Einige von ihnen stehen unter staatlichem Schutz und sind heute wertvolle historische Güter. Besonders bekannt ist die Baron Gautsch.


Taucher jeglicher Ausbildungsstufen finden hier das richtige Wrack. Einige davon liegen allerdings auf größerer Tiefe (40 bis 50 Meter) und können daher nur von erfahreneren Tauchern besucht werden. Und wem die Wracks zu tief sind, der kommt in Istrien auch beim Rifftauchen auf seine Kosten. Und: Wracks gibt es nicht nur in Istrien, sondern auch in den anderen Tauchregionen Kroatiens.


Lesetipp: Die 12 wichtigsten Tipps für sicheres Tauchen an Wracks

 

Mehr Informationen zum Tauchen in Istrien


Steilwände, so durchlöchert wie Käse

 

Kroatien ist auch bekannt für seine Steilwände, von denen es zum Beispiel in Dalmatien viele gibt. Hier lohnt sich hier das Tauchen schon allein wegen der Landschaft, den bei Lampenlicht unglaublich bunt leuchtenden Korallen und Schwämmen unterhalb der 25- oder 30-Meter-Marke an den wie Käse durchlöcherten Steilwänden. Darin verkriechen sich auch allerlei Lebewesen: Langusten, Schnecken, die Dunkelheit liebende Fische, Krebse und Garnelen. Mit ein bisschen Ruhe lässt sich hier mehr entdecken als bei so manchem Tauchgang über Grund. Manche Überhänge sind so groß, dass sich richtige Grotten gebildet haben, in die man eintauchen kann.

Foto: Sonja Kaute
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Steilwände sind außerdem auch etwas für solche Taucher, die es gerne etwas tiefer mögen oder sich langsam an größere Tiefe gewöhnen möchten.

 

Maritime Nationalparks: Fischreiche Höhepunkte

 

Es gibt mehrere maritime Nationalparks in Kroatien, darunter die Nationalparks Kornati in Dalmatien und Brijuni in Istrien. Rund 100 kleine Inseln bilden den Landteil des Nationalparks Kornati, der im Gebiet der Inseln Dugi Otok und Zirje liegt. Viele Tauchbasen in Dalmatien werben damit, dass sie dieses mit über 200 Quadratkilometern größte Archipel der Adria anfahren, allerdings muss man etwas Glück haben, dass es wirklich passiert, wenn man nur ein paar Tage dort ist. Denn für einige besteht die Anfahrt aus mehreren Stunden und daher sind Ausflüge dorthin eher selten. Individuell organisiertes Tauchen ist hier verboten, man muss sich also auf die Tauchbasen verlassen. Neben Tauchern wird der Nationalpark auch von Ausflugsbooten und Seglern besucht. Schließlich finden sich auf den kargen Inseln auch einige Sehenswürdigkeiten und gute Restaurants und Bars. Daher lohnt sich der Besuch auch für den nichttauchenden Anhang.

 

Ein weiteres Archipel liegt vor der Halbinsel Istrien im Norden Kroatiens: Brijuni vor der Stadt Pula. Wer das in der Region beliebte Wracktauchen mit naturnahem Tauchen verbinden möchte, ist hier genau richtig. An den 14 Inseln, dem einzigen Nationalpark Istriens, dürfen nur Tauchbasen mit Sonderlizenz tauchen. Die Fischerei ist hier streng verboten. Hier bekommt man Nacktschnecken ebenso vor die Maske wie, mit etwas Glück, Katzenhaie. Zudem bietet die Unterwasserlandschaft auch hier Grotten, Steilwände und Felsformationen mit Fischschwärmen und in Höhlen und Spalten versteckte Meeresbewohner.

 

Süßwasser-Erlebnis: Schnorcheln im Fluss

Foto: Sonja Kaute
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Ein ganz anderes Erlebnis ist das Schnorcheln im Süßwasser Kroatiens. Denn durch das Land fließen viele Flüsse, auf denen man zum Beispiel auch Kanu fahren oder Raftingtouren unternehmen kann. Oder eben schnorcheln.

Foto: Sonja Kaute
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Das geht zum Beispiel im Fluss Zrmanja in Dalmatien. Dieser ist sehr kalt, aber auch sehr klar und obendrein fischreich. Und die Wasserfälle, die hier ganz typisch sind, machen aus der Landschaft ein kleines Paradies. Auch dann, wenn man nicht ins Wasser geht.



Weitere Informationen Tauchen in Kroatien

 

Beste Reisezeit: Theoretisch ganzjährig, doch wird es im Winter durchaus unangenehm kalt, windig und schroff. Daher empfiehlt sich die Saison ab etwa Mai (hier ist das Wasser allerdings noch sehr kalt) bis Ende September. Wobei die Orte in der Hauptsaison häufig sehr überlaufen sind, die Preise entsprechend hoch. Daher würde ich die Nebensaison empfehlen, zum Beispiel Juni oder September.

 

Wassertemperatur: Im Spätsommer hatten wir stellenweise noch 22-23 Grad Wassertemperatur, unter Wasser nicht weniger als 17 Grad. Ein Trockentauchanzug ist definitiv kein Muss, kann aber angenehm sein.

 

Voraussetzungen: Kroatien hat für alle etwas zu bieten, vom Anfänger bis zum Tec-Taucher, vom Wrackfan bis zum Hobbybiologen, vom Freund von Tauchgängen von Land aus bis zum Freund von Bootstauchgängen.

 

Urlaubs- und Reiseart: Eigenversorger mit Appartement, Camping-Urlaub oder Hotelurlaub – alles geht am Mittelmeer. Aufgrund der relativ nahen Entfernung zu Deutschland ist es auch möglich, ohne ein Flugzeug, sondern zum Beispiel mit dem Wohnmobil ans Mittelmeer zu reisen und dann mehrere Stationen abzufahren und abzutauchen. So kann man gleich mehrere Gesichter des Landes und Mittelmeeres kennenlernen.


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