Unter Wasser Fischsuppe, über Wasser Köstliches: Tauchen im Alpenaquarium Grüblsee

Autorin: Sonja Kaute


Foto: Silvia Eberl
Foto: Silvia Eberl

Ein Aquarium, in dem man tauchen kann, mit bergiger Kulisse im Hintergrund? Das geht, im Alpenaquarium Grüblsee in der österreichischen Steiermark. Silvia Eberl geht dort regelmäßig tauchen und fotografieren. In diesem Gastbeitrag erzählt sie, was man dort erleben kann und gibt nützliche Tipps.

Als gebürtige Steierin nutze ich die geografische Nähe zum Alpenaquarium Grüblsee regelmäßig zu einem Tagesausflug dorthin. Es lohnt sich aber definitiv auch eine weitere Anreise. Insbesondere im Frühjahr hat man die Möglichkeit, zwei steirische Taucher-Hot-Spots, den Grüblsee und den Grünen See miteinander zu verbinden. Der Grüblsee ist aber anders als der Grüne See bis in den Herbst betauchbar, bevor die Winterruhe einkehrt und sich die Tauchbasis in eine Schihütte verwandelt.


Lesetipp: Tauchen im Grünen See in Österreich


Foto: Silvia Eberl
Foto: Silvia Eberl

Die Basis des Alpenaquariums, welche auf 1160 Metern Seehöhe liegt und somit klar unter die Kategorie Bergsee fällt, wird von Robert Marschnig und Sabine Hausner liebevoll geführt. Auch wenn man in dem 8,9 Meter tiefen, künstlich angelegten See Bewuchs vergeblich sucht, bietet der See ein außergewöhnliches Taucherlebnis.

 

Ein einfaches Ü-Ei gefüllt mit Fischfutter offenbart das Geheimnis des Alpenaquariums: Kaum nehmen die Fische die gelben Eier wahr, sind sie schon um einen herum. Da kann es dann auch schon mal etwas turbulent zugehen. So wird manchmal auch eine gelbe Maske für ein Futterbehältnis gehalten. ;)


Foto: Silvia Eberl
Foto: Silvia Eberl

Insgesamt bewohnen 14 Fischsorten den Grüblsee: Sibirische Störe, Sternhausen, ein Albinostör (liebevoll „Prinzessin“ genannt), Spiegelkarpfen, Schuppenkarpfen, Koikarpfen, Saiblinge, Karauschen, Rotfedern und alle Arten von Forellen (Goldforelle, Regenbogenforelle, Bachforelle und auch die „Marmorata“).

 

Für Fotografen lohnt sich ein Besuch nicht nur wegen der tierischen Vielfalt. Ebenfalls sehenswerte Motive sind die zahlreichen Statuen, welche unter Wasser auf die Taucher warten.

Foto: Silvia Eberl
Foto: Silvia Eberl

Für die Ausbildung, welche am Grüblsee auch angeboten wird, gibt es zusätzlich unter anderem eine Plattform auf rund vier Metern Tiefe. Oberflächenpausen können für kulinarische Köstlichkeiten (Sabine übertrifft sich hier immer wieder selbst) genutzt werden, man genießt einfach die Sonne und Bergluft oder wärmt sich im Jacuzzi, wenn man zur kühleren Zeit den Grüblsee besucht.

Foto: SIlvia Eberl
Foto: SIlvia Eberl

Bei der Anreise hält man sich auf der A 9 nach der Autobahnabfahrt Traboch Richtung Schiarena Präbichl. Dort weist einem dann ein Schild den Weg zur Tauchbasis. Das letzte Stück führt über eine kurze Schotterstraße. Die Basisgebühr beträgt 6 Euro pro Tag und berechtigt auch zum Parken.


Mehr Fotos vom Grüblsee


Steilwände, so durchlöchert wie Käse

 

Kroatien ist auch bekannt für seine Steilwände, von denen es zum Beispiel in Dalmatien viele gibt. Hier lohnt sich hier das Tauchen schon allein wegen der Landschaft, den bei Lampenlicht unglaublich bunt leuchtenden Korallen und Schwämmen unterhalb der 25- oder 30-Meter-Marke an den wie Käse durchlöcherten Steilwänden. Darin verkriechen sich auch allerlei Lebewesen: Langusten, Schnecken, die Dunkelheit liebende Fische, Krebse und Garnelen. Mit ein bisschen Ruhe lässt sich hier mehr entdecken als bei so manchem Tauchgang über Grund. Manche Überhänge sind so groß, dass sich richtige Grotten gebildet haben, in die man eintauchen kann.

Foto: Sonja Kaute
Foto: Sonja Kaute

Steilwände sind außerdem auch etwas für solche Taucher, die es gerne etwas tiefer mögen oder sich langsam an größere Tiefe gewöhnen möchten.

 

Maritime Nationalparks: Fischreiche Höhepunkte

 

Es gibt mehrere maritime Nationalparks in Kroatien, darunter die Nationalparks Kornati in Dalmatien und Brijuni in Istrien. Rund 100 kleine Inseln bilden den Landteil des Nationalparks Kornati, der im Gebiet der Inseln Dugi Otok und Zirje liegt. Viele Tauchbasen in Dalmatien werben damit, dass sie dieses mit über 200 Quadratkilometern größte Archipel der Adria anfahren, allerdings muss man etwas Glück haben, dass es wirklich passiert, wenn man nur ein paar Tage dort ist. Denn für einige besteht die Anfahrt aus mehreren Stunden und daher sind Ausflüge dorthin eher selten. Individuell organisiertes Tauchen ist hier verboten, man muss sich also auf die Tauchbasen verlassen. Neben Tauchern wird der Nationalpark auch von Ausflugsbooten und Seglern besucht. Schließlich finden sich auf den kargen Inseln auch einige Sehenswürdigkeiten und gute Restaurants und Bars. Daher lohnt sich der Besuch auch für den nichttauchenden Anhang.

 

Ein weiteres Archipel liegt vor der Halbinsel Istrien im Norden Kroatiens: Brijuni vor der Stadt Pula. Wer das in der Region beliebte Wracktauchen mit naturnahem Tauchen verbinden möchte, ist hier genau richtig. An den 14 Inseln, dem einzigen Nationalpark Istriens, dürfen nur Tauchbasen mit Sonderlizenz tauchen. Die Fischerei ist hier streng verboten. Hier bekommt man Nacktschnecken ebenso vor die Maske wie, mit etwas Glück, Katzenhaie. Zudem bietet die Unterwasserlandschaft auch hier Grotten, Steilwände und Felsformationen mit Fischschwärmen und in Höhlen und Spalten versteckte Meeresbewohner.

 

Süßwasser-Erlebnis: Schnorcheln im Fluss

Foto: Sonja Kaute
Foto: Sonja Kaute

Ein ganz anderes Erlebnis ist das Schnorcheln im Süßwasser Kroatiens. Denn durch das Land fließen viele Flüsse, auf denen man zum Beispiel auch Kanu fahren oder Raftingtouren unternehmen kann. Oder eben schnorcheln.

Foto: Sonja Kaute
Foto: Sonja Kaute

Das geht zum Beispiel im Fluss Zrmanja in Dalmatien. Dieser ist sehr kalt, aber auch sehr klar und obendrein fischreich. Und die Wasserfälle, die hier ganz typisch sind, machen aus der Landschaft ein kleines Paradies. Auch dann, wenn man nicht ins Wasser geht.



Weitere Informationen Tauchen in Kroatien

 

Beste Reisezeit: Theoretisch ganzjährig, doch wird es im Winter durchaus unangenehm kalt, windig und schroff. Daher empfiehlt sich die Saison ab etwa Mai (hier ist das Wasser allerdings noch sehr kalt) bis Ende September. Wobei die Orte in der Hauptsaison häufig sehr überlaufen sind, die Preise entsprechend hoch. Daher würde ich die Nebensaison empfehlen, zum Beispiel Juni oder September.

 

Wassertemperatur: Im Spätsommer hatten wir stellenweise noch 22-23 Grad Wassertemperatur, unter Wasser nicht weniger als 17 Grad. Ein Trockentauchanzug ist definitiv kein Muss, kann aber angenehm sein.

 

Voraussetzungen: Kroatien hat für alle etwas zu bieten, vom Anfänger bis zum Tec-Taucher, vom Wrackfan bis zum Hobbybiologen, vom Freund von Tauchgängen von Land aus bis zum Freund von Bootstauchgängen.

 

Urlaubs- und Reiseart: Eigenversorger mit Appartement, Camping-Urlaub oder Hotelurlaub – alles geht am Mittelmeer. Aufgrund der relativ nahen Entfernung zu Deutschland ist es auch möglich, ohne ein Flugzeug, sondern zum Beispiel mit dem Wohnmobil ans Mittelmeer zu reisen und dann mehrere Stationen abzufahren und abzutauchen. So kann man gleich mehrere Gesichter des Landes und Mittelmeeres kennenlernen.


Sharen mit: