Interview: André S. über die Dreharbeiten zum Film über den Kreidesee Hemmoor

Autorin: Sonja Kaute


Der Kreidesee Hemmoor wird von manchen als „Todessee“ bezeichnet. Voraussichtlich im Sommer kommt ein Film auf den Markt, der mit diesem Image aufräumen und den See von seiner schönen Seite zeigen möchte – über und unter Wasser. Interview mit André S., einem der Filmemacher.


Sonja Kaute: Warum dreht ihr diesen Film über den Kreidesee Hemmoor?

 

André S.: In dem Film dreht es sich um drei Gruppen Taucher, die einen Tag am beziehungsweise im Kreidesee verbringen und natürlich um die Geschichte des Sees.

 

Und welche Art von Bildern und Geschichte erwartet uns?

 

Eins vorweg: Wer lange Unterwasserszenen mit dramatischer Musik erwartet, wird enttäuscht sein. Natürlich werden die Highlights unter Wasser zu sehen sein, aber es gibt auch viel Interessantes zum Kreidesee. Während eine Gruppe Sporttaucher das Wrack der MS Hemmoor und den Flieger ansteuert, geht es mit Derk Remmers zu den tiefen Stellen im See.

 

Ist es auch ein Werbefilm? Wer hat euch denn beauftragt?

 

Das fragen viele. Nein, es ist kein Werbefilm.

 

„Zwischen Mythos und Faszination“ – worauf nimmt dieser Untertitel Bezug?

 

Das war die erste Subline, als wir begonnen haben den Inhalt zu skizzieren und war inspiriert von der Dokumentation „Taucherfalle Baggersee – zwischen Suff und Tiefenrausch“ aus dem Jahr 1996.

 

Wenn ich das richtig sehe, lebt euer Team in Bremen. Das ist ja nicht so weit weg vom Kreidesee Hemmoor. Hattet ihr schon vor den Dreharbeiten eine persönliche Beziehung zum See?

 

Eher von Bremen über Hamburg bis Kiel, aber alle kennen den See schon lange. Viele andere fahren Hunderte von Kilometer um hier tauchen zu können, für die meisten von uns ist der Kreidesee sozusagen der Haussee.

 

Wie viele Menschen arbeiten am Dreh mit?

 

Über Wasser hat Jörn Hüneke gefilmt, der auch für RTL dreht. Die Aufnahmen unter Wasser haben Christian Howe von Submaris in Kiel und Jens-Uwe Lamm gemacht. Dazu waren noch einige mit Licht, Ton und redaktionellen Aufgaben beschäftigt.

Und an welcher Stelle der Dreh- oder Produktionsarbeiten befindet ihr euch gerade?

 

Habt ihr schon alle Bilder im Kasten?

 

Eigentlich sollte der Film im letzten Mai fertig sein. Ein extrem starker Regen hat uns aber die Planung komplett über den Haufen geworfen. Im Sommer hatten wir dagegen mit zwei herrlich sonnigen Tagen richtig Glück. Im Moment bereiten wir die Postproduktion vor.

 

Und wann und wie werden wir den Film zu sehen bekommen?

 

Voraussichtlich wird es die DVD ab Sommer bei Amazon und an der Tauchbasis am Kreidesee geben. Wir überlegen noch, ob wir die DVD mit HD als Video-On-Demand anbieten.

 

Ich kenne Euch von Eurer Doku zu Scapa Flow. Jetzt der Kreidesee. Zieht es Euch auch mal in warme Gewässer oder steht ihr auf kaltes Wasser?

 

Die beiden Filme über Wracktauchen in Scapa Flow und Skottevik haben nichts mit dem Kreidesee-Film zu tun. Es sind auch komplett andere Leute daran beteiligt. Was die Wassertemperatur betrifft, finde ich das Mittelmeer um Sardinien genauso gut wie die Nordsee. Mit Hemmoor haben wir natürlich einen tollen See in unserer Nähe und er ist nicht kälter als andere Seen.

 

Welche Projekte habt ihr derzeit noch in Arbeit?

 

Wir haben vor einigen Tagen den Film über Skottevik fertiggestellt und beginnen demnächst mit dem Schnitt des Kreidesee-Films. Was Neues mit dem Thema Tauchen ist bis jetzt noch nicht in der Pipeline.

 

Danke für das Interview!


Mehr über die Wreck-Explorers & Foto-Wettbewerb

 

Die Idee Wreck-Explorers entstand aus vier Freunden während der Vorbereitung zu einer Reise nach Scapa Flow. Hieraus hat sich dann die DVD entwickelt. Es folgte ein Film über Wracktauchen in Norwegen, Skottevik. Die Gruppe hat außerdem 2013 die Kinopremiere der Dokumentation „Return to the USS Atlanta“ veranstaltet. Der Kreidesee-Film wird von einem Teil der  ursprünglichen Gruppe produziert. Mehr Fotos von den Dreharbeiten gibt es bei Flickr.

 

Zum Kreidesee-Film gibt es einen Foto-Wettbewerb. Gesucht wird das beste Titelfoto für die DVD. Mitmachen kann man noch bis Ende Februar.

 

Übrigens: Über Skottevik haben wir auch bei dekopause berichtet, in einem Gastbeitrag von Christoph Arndt.


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