Fischsuppe ohne Ende: Ein überraschend schöner Tauchgang im Sorpesee im Hochsauerland (Video)

Autorin: Sonja Kaute


Manchmal rechnet man mit einem durchschnittlichen Tauchgang oder fragt sich gar, ob sich das, was man da tut, überhaupt lohnt. Und dann haut es einen um. So war es bei mir am Sorpesee. Ich war nur fürs Schnuppertauchen im Bergwerk Nuttlar angereist und wollte den Sorpesee bei der Gelegenheit halt noch mitnehmen, ohne große Erwartungen.

An der Tauchschule Sorpesee hieß es, die Sicht sei nicht so gut, man hätte am Tag zuvor nicht viele Fische gesehen. Theoretisch könne man Barsche, Hechte, Jungfische und Aale sehen, aber bei nur einem Tauchgang wäre alles auf einmal eher unwahrscheinlich. Das käme nur alle paar Jahre mal vor, scherzten wir noch. Und starteten in einen Ausnahme-Tauchgang.

 

Fast eineinhalb Stunden schweben durch die Zauberwelt

 

Es gab so viel zu sehen, dass wir fast eineinhalb Stunden im Wasser waren. Und wie das häufig so ist, hielten wir uns dafür rund um die Zehn-Meter-Grenze auf. Über den meterhohen Armleuchteralgen und in den Ästen und Zweigen der in den See gestürzten Bäume tummelten sich große Schwärme von Barschen in diversen Größen. Etwas tiefer, gerade noch im Schutz der Algen, hunderte, vielleicht tausende Jungfische. Ein einzige Gezucke, Gejage und Geschwebe, an vielen Stellen am Sommertauchplatz. Viele Momente in diesen 82 Minuten erinnerten mich fast ans Meer, nur dass man dafür die Arten hätte austauschen müssen.

Ein riesiger Hecht, schätzungsweise rund einen Meter lang, schwebte so regungslos kurz über dem Boden, dass ich ihn fast mit einem Baumstamm verwechselt hätte. Dafür war er aber bei näherem Hinsehen zu gestreift. Und dann die Aale! Gleich vier oder fünf Stück entdeckten wir im dichten Algengewirr.

 

Mit einem breiten Grinsen aus dem Wasser

 

Ich fragte mich, ob das für den Sorpesee normal ist und sah einen Ruck durch Patrick Meissner von der Tauchschule Sorpesee gehen. Erneut hatte er einen Aal entdeckt und so langsam wurde auch er sichtbar etwas aufgeregt. Mit so viel Fisch hatte keiner von uns gerechnet. Es war offensichtlich: Dies war ein Glücks-Tauchgang. Einer von denen, wo man mit einem nachhaltigen Grinsen im Gesicht aus dem Wasser steigt und froh ist, dass man nicht wandern gegangen ist.

 

Wieder einmal hat sich gezeigt, dass das Tauchen in unseren heimischen Gewässern sich lohnt, dass es viel zu entdecken gibt und dass diese mystische Zauberwelt einen manchmal ganz unerwartet in ihren Bann ziehen kann.

 

Über das Schnuppertauchen im Bergwerk Nuttlar berichten wir demnächst.


Weitere Informationen zum Sorpesee


Zwei Tauchplätze gibt es am Sorpesee: einen Sommertauchplatz und einen Wintertauchplatz. Eine Tageskarte kostet 5 Euro, eine Zehnerkarte 45 Euro. Für das Tauchen im See gibt es Nutzungsbedingungen. Tauchgänge müssen angemeldet werden.

 

Die Tauchschule Sorpesee ist die einzige Tauchschule am See und organisiert zudem auch das Tauchen im Bergwerk Nuttlar(Bericht folgt). Zahlreiche weitere Tauchschulen aus der Umgebung führen Tagesausflüge zur Talsperre durch.

 

Rund um den Sorpesee werden zahlreiche Aktivitäten angeboten und er ist ein beliebtes Ziel von Kurzausflüglern. Wandern, Angeln, Schifffahren, Radfahren, Motorradtouren, Surfen, Segeln, Baden und Kultur – das Angebot ist vielfältig und es gibt daher zahlreiche Gastgeber.

 

Die Jugendherberge Sorpesee in Langscheid bietet eine günstige, saubere Übernachtungsmöglichkeit mit wunderschönem Ausblick über den See.


Sharen mit: