Grossfische im Süßwasser: Hier können wir mit Welsen, Stören, Hechten und Huchen tauchen

Autorin: Sonja Kaute


Foto: Kirsten Knapp / http://tauchfabrik.de
Foto: Kirsten Knapp / http://tauchfabrik.de

Wer Großfische sehen möchte, fliegt auf die Malediven, die Seychellen oder nach Südafrika. Wenn es nicht unbedingt Haie sein müssen, können Großfischfans allerdings auch in heimischen Gewässern auf ihre Kosten kommen. Lars Bruhnke über Süßwasser-Riesen und die passenden Tauchplätze.

In den europäischen Flüssen und Seen sind einige Fischarten beheimatet, die weit über einen Meter Körperlänge messen und teilweise sogar stattliche Ausmaße von über drei Metern Körperlänge erreichen können. Diese Fische können daher locker mit den Verwandten in den tropischen Meeren mithalten. Nachfolgend eine Auswahl dieser Süßwasser-Riesen und der Tauchplätze, wo man sie erleben kann.

 

Waller - größte Süßwasserfische unserer Region

Foto: Kirsten Knapp / http://tauchfabrik.de
Foto: Kirsten Knapp / http://tauchfabrik.de

Der europäische Wels, auch Waller genannt, wächst sein Leben lang und kann so Ausmaße von bis zu drei Metern erreichen. Damit ist er der größte reine Süßwasserfisch in unserer Region. Es kursieren Geschichten, dass früher Tiere mit weitaus größerem Ausmaß gefangen wurden, aber diese Zeiten scheinen vorbei zu sein. Der Waller ist ein nachtaktiver Räuber, der sich tagsüber in Verstecken  aufhält. Er bevorzugt wärmere Gewässer, daher trifft man ihn im Sommer durchaus auch mal im Flachwasser.

 

Neben Flüssen und Seen lebt der Wels auch in der Brackwasserzone der Ostsee. Wahrscheinlich kennt jeder die Geschichten von dem Riesenwels in seinem Nachbar-See, der den kleinen Hund von der Nachbarin verschlungen hat. Tatsächlich zählen neben Fischen auch Wasservögel und kleine Säugetiere zur Nahrung dieses Fisches, doch was an den Geschichten des schwimmenden Hundes dran ist, sollte sich jeder selber überlegen.

 

Auf jeden Fall ist es ein außergewöhnliches Erlebnis, diesen Großfisch einmal hautnah zu erleben. Besonders aufregend ist es, wenn einen plötzlich die kleinen Augen ansehen und die langen Barteln entgegen gestreckt werden, ohne dass man mit dieser Begegnung gerechnet hat. Ein schönes Erlebnis!

 

Zwei Seen kann ich nennen, in denen Waller zu Hause sind:

  • Tauchfabrik am Rastatter Freizeitparadies
  • Althäuser See mit der Tauchbasis Seahorse als Ansprechpartner

 

Störe – die Süßwasser-Haie


Foto: Karina Wendt / http://www.zauberhaftesanderswo.de
Foto: Karina Wendt / http://www.zauberhaftesanderswo.de

Die Familie der Störe ist groß. Es können daher viele unterschiedliche Arten entdeckt werden. Die größten Vertreter der Familie werden über fünf Meter lang und leben überwiegend im Meer. Jedoch steigen diese Fische auch in Flüsse auf. Einige kleinere Arten leben ausschließlich im Süßwasser und werden häufig als Besatz in Tauchseen ausgesetzt.

 

Charakteristisch ist der mit Knochenplatten besetzte Körper und der spitzzulaufende Kopf mit Barteln. Diese Tiere sind besonders imposant durch ihre Schwimmbewegung, die mit dem Schwimmstil von Haien vergleichbar ist. Dank des Engagements von Tauchbasen, kann man Störe in ziemlich vielen Seen antreffen. Die Tiere sind oft ziemlich zutraulich und kommen auf wenige Zentimeter an die Taucher heran.

Foto: Mario Merkel / https://www.facebook.com/TauchrevierDE
Foto: Mario Merkel / https://www.facebook.com/TauchrevierDE

In diesen zwei Gewässern leben Störe:

  • Im künstlich angelegten Tauchpark Naturagart in Ibbenbürenlebt eine Vielzahl von großen Stören. dekopause hat 2012 über Naturagart berichtet.
  • Wer eher im Süden Deutschlands wohnt, für den lohnt sich ein Kurztrip nach Tschechien zum See Lomeček, über den dekopause 2014 berichtet hat.

 

Hechte – pfeilartige Jäger und Tauchers Lieblinge

Foto: Mario Merkel / https://facebook.com/TauchrevierDE
Foto: Mario Merkel / https://facebook.com/TauchrevierDE

Es leben noch weitere Fischarten mit zum Teil stattlichen Größen in unseren Gewässern. Hierzu zählt zum einen der pfeilartige Hecht mit einer Körperlänge von bis zu 1,50 Metern. Der Lebensraum der Hechte ist groß, Taucher treffen regelmäßig auf große und kleine Exemplare dieser Tiere.

Foto: Mario Merkel /https://facebook.com/TauchrevierDE
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Foto: Claudia Schmitt / http://thejetlagged.com
Foto: Claudia Schmitt / http://thejetlagged.com

Ein ganz anderes Erlebnis ist das Schnorcheln im Süßwasser Kroatiens. Denn durch das Land fließen viele Flüsse, auf denen man zum Beispiel auch Kanu fahren oder Raftingtouren unternehmen kann. Oder eben schnorcheln.

Foto: Sonja Kaute
Foto: Sonja Kaute

Typische „Hecht-Seen“ kennt man eher nicht, erleben kann man sie aber beispielsweise im

  • Attersee in Österreich (dekopause berichtete)
  • Sorpesee im Hochsauerland (dekopause-Bericht folgt)

 

Karpfen – bullige Riesen in Seen und Flüssen

Foto: Claudia Schmitt / http://thejetlagged.com
Foto: Claudia Schmitt / http://thejetlagged.com

Zu den Großfischen zählen auch verschiedene Karpfenarten. Der heimische Karpfen erreicht eine Länge von bis zu 1,20 Metern, wobei dieser Fisch durch seinen massigen Körper noch weitaus bulliger wirkt. Karpfen gibt es in diversen heimischen Seen.

 

Seine Verwandten aus dem asiatischen Raum werden in Europa häufig als Besatz ausgesetzt. Diese Gras-, Silber- und Marmorkarpfen können noch weitaus größer werden, sind aber eher in tiefen Flüssen in Südeuropa zu finden als bei uns.

 

Zander – standorttreue Wächter

Foto: Mario Merkel / https://facebook.com/TauchrevierDE
Foto: Mario Merkel / https://facebook.com/TauchrevierDE

Ein standorttreuer Fisch mit einer Länge bis zu 1,30 Metern ist der Zander. Auch dieser Fisch ist in diversen Flüssen und Seen anzutreffen. Durch seine auffällige Rückenflosse wird der Zander oft mit dem Flussbarsch verwechselt.

Foto: Sonja Kaute / http://into-the-blue.net
Foto: Sonja Kaute / http://into-the-blue.net

Jedoch ist der Körper des Zanders länger gestreckt und die typischen Querstreifen eines Barsches sind nicht so stark ausgeprägt. Häufig kann man den Zander bei der Brutwache über seinem Laichplatz sehen.

 

Huchen – für Flussliebhaber

Atlantis Qualidive, www.flusstauchen.at / Franz Hajek
Atlantis Qualidive, www.flusstauchen.at / Franz Hajek

Atlantis Qualidive, www.flusstauchen.at / Franz Hajek
Atlantis Qualidive, www.flusstauchen.at / Franz Hajek

Letztlich möchte ich noch den Huchen aus der Familie der Lachsfische erwähnen. Dieser große Fisch hat eine leicht rötliche Färbung und wird stattliche 1,50 Meter lang. Der Huchen lebt in sauerstoffreichen und schnell fließenden Flüssen.

 

Ein guter Ort für Sichtungen dieses Salmoniden ist die österreichische Traun.

 

Dort kann man zum Beispiel mit Atlantis Qualidive (Tel. 0043 676 4190106) scuben und tauchen (dekopause berichtete).

Foto: Lars Bruhnke
Foto: Lars Bruhnke

Fazit von Lars Bruhnke

 

Ja, das hier ist ein Plädoyer für die heimische Fauna. Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute doch so nah ist? Die Sichtung der oben erwähnten Fische ist ein genau so großes Erlebnis wie die Sichtung von (sub-)tropischen Großfischen.

 

Ich tauche gerne mit den heimischen Fischen ab und entdecke neue Arten, die es nicht überall zu finden gibt. Hierbei kann man erst einmal sehen, was die Natur vor der Haustür zu bieten hat.

 

Bilder von den großen Meeresbewohnern gibt es an jeder Ecke, doch die heimischen Großfische werden nur selten abgelichtet und veröffentlicht. Wer zum Beispiel nach Bildern eines Huchen im Internet sucht, findet vornehmlich Bilder von gefangenen Exemplaren.


Aufruf: Schickt uns Eure Tipps und Bilder!

 

Habt ihr schöne Bilder von den genannten Fischen? Dann schickt sie uns per E-Mail an dekopause@ew80.de, über Twitter oder postet sie bei Facebook! Auf diesen Kanälen könnt ihr Euch natürlich auch melden, wenn ihr ebenfalls gerne einen Gastbeitrag schreiben wollt! Wir danken außerdem den Tauchern, die uns ihre Fotos für diesen Beitrag zur Verfügung gestellt haben – wir freuen uns!


Hintergrund zur Auswahl der Tauchplätze

 

Zur Auswahl der Tauchplätze schreibt Lars Bruhnke: „Die Inhaber von Tauchseen wurden angefragt, ob wir ihre Spots für Großfische verraten dürfen, doch möchten viele Basenbetreiber die Tauchspots geheim halten. Dieses hat nichts damit zu tun, dass der Taucher die Fische nicht sehen soll, sondern soll die Fische vor einem ‚Besucheransturm‘ bewahren und somit die Tiere schützen. Diesen Umweltgedanken kann ich nur unterstützen und respektiere die Wünsche der Basenbetreiber.“

 

Das tun wir bei dekopause natürlich auch. Sollten sich jedoch See- und Basenbetreiber mit Riesen in ihren Gewässern „vernachlässigt“ fühlen, sind wir natürlich für weiteren Seen-Tipps dankbar!


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