6 Tipps für Unterwasserfotografie beim Nachttauchen

Autorin: Sonja Kaute


Was tagsüber gilt, gilt nachts erst recht: Das Fotografieren unter Wasser ist eine Herausforderung. Dabei lassen sich auch beim Nachttauchen besonders schöne Fotos machen. Hier 6 Tipps für die Unterwasserfotografie beim Nachttauchen.

Foto: „Tchami“ / CC BY-SA 2.0
Foto: „Tchami“ / CC BY-SA 2.0

1. Üben, üben, üben! Und dabei die richtige Reihenfolge beachten

 

Um sich als Fotograf beim Nachttauchen sicher und verantwortungsbewusst zu verhalten, sollte man erst das Tauchen tagsüber und vor allem seine Tarierung perfektioniert haben, dann tagsüber den Umgang mit der Fotoausrüstung lernen und anschließend mit dem Fotografieren beim Nachttauchen loslegen.

 

Wie schon tagsüber gilt es auch beim Nachttauchen, durch eine gute Tarierung nichts zu beschädigen, die Fotomotive ruhig anzuschweben und sich nicht festzuhalten oder hinzuknien. Das ist alles nur mit Taucherfahrung möglich. Eine Kamera kann zusätzlich ablenken, daher sollte man auch den Umgang damit zunächst tagsüber üben. Nur so kann man sich nachts entspannt sowohl aufs Tauchen als auch aufs Fotografieren konzentrieren. Und dann klappt es auch mit guten Fotos.

Foto: Tony Shih / CC BY-ND 2.0
Foto: Tony Shih / CC BY-ND 2.0

2. Spreche Dich ab und verhalte Dich fair!

 

Schon beim Briefing sollte man sich absprechen und der Gruppe signalisieren, dass man fotografieren möchte. Vielleicht sucht man ein bestimmtes Motiv und andere können behilflich sein, vielleicht hilft einem jemand beim Ausleuchten oder hat keine Lust, mit einem fotografierenden Buddy zu tauchen.

 

Unterwasserfotografen sollten sich fair verhalten und Rücksicht nehmen. Dazu gehört auch, nicht immer gleich als erstes vorzupreschen zum Motiv, so dass die anderen Taucher es vielleicht nicht mehr sehen oder ständig auf einen warten müssen. Das gilt natürlich auch tagsüber, bei den weniger häufig stattfindenden Nachttauchgängen ist so ein Verhalten aber besonders ärgerlich für die anderen Taucher. Durch Kommunikation kann man im Vorfeld eventuelle Missverständnisse vermeiden.

 

3. Sorge für den richtigen Blitz

 

Der interne Blitz einer Unterwasserkamera reicht nur in seltenen Fällen aus, selbst tagsüber. Die Reichweite ist so gering, dass das Motiv schon direkt vor der Linse sitzen muss, um genug Licht abzubekommen. Das gilt auch nachts, daher sollte man mit einem externen Blitz unterwegs sein. Man sollte allerdings auch dessen Reichweite nicht überschätzen. Gerade nachts aber kann ein externer Blitz bei den Motiven besonders kräftige Farben hervorholen.

 

Eine zusätzliche Lichtquelle kann außerdem nachts beim Fokussieren helfen und ein Motiv schöner ausleuchten als der externe Blitz alleine. Hier kann ein Buddy hilfreich sein als Unterstützung, aber man sollte ihn natürlich nicht missbrauchen und Rücksicht darauf nehmen, dass auch er einen schönen Tauchgang haben möchte. Auch hier kommt es daher auf die vorherige Absprache an.

Foto: Alain Feulvarch / CC BY 2.0
Foto: Alain Feulvarch / CC BY 2.0

4. Gehe so nah ran wie möglich

 

Unabhängig davon, ob man mit Weitwinkel fotografiert oder Makroaufnahmen machen möchte, sollte man so nah rangehen an das Motiv wie möglich. Auch ein externer Blitz hat nur eine sehr eingeschränkte Reichweite. Sobald diese überschritten ist, verblassen die Farben des Motivs oder es wird unscharf.

 

Beim Nachttauchen ist der Bildhintergrund komplett schwarz, sobald der Hintergrund nur aus Wasser besteht. Das kann ein Motiv schön hervorheben. Je näher man rangeht, desto weniger Schwebeteilchen werden angeblitzt und verderben eventuell die Bildschärfe, desto bunter ist das Motiv und desto mehr füllt es das Bild aus.

 

Es gilt, die richtige Balance zu finden zwischen einer motivfördernden Nähe, der Vorsicht vor nachtaktiven Jägern oder giftigen Lebewesen und dem Verschrecken oder Aufwecken von Tieren.


Foto: „Tchami“ / CC BY-SA 2.0
Foto: „Tchami“ / CC BY-SA 2.0

5. Bereite Dich auf eine veränderte Unterwasserwelt vor

 

Das Leben im Riff gestaltet sich nachts völlig anders als tagsüber. Viele Tiere verhalten sich nachts anders, außerdem gibt es nachtaktive Jäger, die man tagsüber nur selten sieht. Dadurch ergeben sich andere Fotomotive, zum Beispiel jagende Schnecken, Muränen oder Tintenfische, aus ihrem Versteck gekrochene Hummer oder Meeraale. Manche von ihnen fühlen sich vom Licht einer Tauchlampe magisch angezogen, andere geradezu provoziert, und wieder andere nutzen das Licht, um leichter Beute zu machen.

 

Für Fotografen ergeben sich dadurch teilweise tolle Möglichkeiten. Man muss aber aufpassen, wenn einem Tiere wie Rotfeuerfische oder Drachenköpfe wegen des Lichts zu nahe kommen.

 

Was ein Taucher nie tun sollte: Schlafende Fische aufwecken (weil das die umgebende Schleimhülle zerstören kann, die sie vor Jägern schützt) oder Tiere fürs Foto umsetzen oder anfassen. Das Riff ist nachts voll von Motiven, auch von einfach zu fotografierenden wie langsam kriechende Schnecken. Ein Eingreifen ist völlig unnötig, vermutlich sitzt nur wenige Meter weiter das nächste lohnende Motiv.

Foto: Matthew / CC BY-SA 2.0
Foto: Matthew / CC BY-SA 2.0

6. Vergesse vor lauter Fotografie die Sicherheit nicht

 

Kein Foto ist es wert, dass man dafür ein Risiko eingeht. Aber das Fotografieren unter Wasser kann einen Taucher stark in den Bann ziehen und erfordert einiges an Konzentration, insbesondere in der Nacht, wenn das Tauchen aufgrund der eingeschränkten Sicht noch fokussierter ist als tagsüber. Daher kann es sehr ablenkend wirken.

 

Auch als Fotograf ist man Teil des Tauchteams und sollte den besprochenen Tauchplan sowie Anweisungen des Guides berücksichtigen, seinen Buddy und das Zusammenbleiben nicht vergessen, die Tauchtiefe, -dauer oder den Luftverbrauch genauso beachten wie beim Tauchen ohne Kamera.


  • Mehr über Nachttauchen und Unterwasserfotografie

 

dekopause hat bereits zuvor über das Nachttauchen berichtet:

Der Fotograf Bernd Köppel hat uns viele nützliche Tipps zur Unterwasserfotografie verraten:


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