Tauchen auf Bali: Insider-Tipps für die fünf schönsten Tauchplätze

Autorin: Sonja Kaute


Nicht umsonst wird Bali die „Insel der Götter“ genannt: Von den Reisfeldern bis zu den Vulkanen haben die Götter hier ihr Bestes gegeben. Das gilt auch unter Wasser. Michael Haas lebt seit zehn Jahren auf Bali. In diesem Gastbeitrag stellt er einige der schönsten Tauchplätze der Insel vor.

Es gibt unzählige Schönheiten im Meer um die Götterinsel: große und kleine Edelsteine, die es zu entdecken lohnt.

 

Meine fünf Unterwasser-Highlights auf Bali:

 

1. Padangbai

 

Das Dorf um den Hafen bietet Tauchern diverse Attraktionen. Es gibt ein Schnellboot-Wrack in 18 Metern Tiefe, in dessen Nähe häufig ein Touristen-U-Boot zu sehen ist. Das Schnellboot wird von einem großen orange-roten Froschfisch bewohnt (siehe Foto oben). Häufig sind hier verspielte Tintenfische, die an den Blasenwesen interessiert sind und dieses Interesse durch Farbenspiele ihres Körpers zum Ausdruck bringen.

 

Das Zentrum der Tauchplätze Padangbais ist die Blue Lagoon, ein guter Tauchplatz mit schönen Hartkorallen, Wimpelfischen, Skorpionsfischen, Barben, Süßlippen. Am Strand gibt es Restaurants, in denen man die Oberflächenpause auf angenehme Art verbringen kann.

 

Südlich der Blue Lagoon trifft man unter Korallenblöcken im Sand auf Weißspitzenriff- und auf Teppichhaie.

 

Sicherheitshinweis: Beim Auftauchen wegen der vielen Boote eine Oberflächenmarkierung verwenden.

 

Zugang: Mit einer Jukung, einem traditionellen balinesischen Auslegerboot

2. Candi Dasa: Tauchplätze Mimpang und Tepekong

 

Die Tauchplätze vor der Küste Candi Dasas heißen Mimpang und Tepekong. Es sind kleine, wellenumtoste Felseninseln mit starken Strömungen, die für Tauchanfänger kaum geeignet sind. Für fortgeschrittene Taucher, die mit Strömungen umgehen können, sind die Tauchplätze umso interessanter.

Mimpang

 

Es gibt Riffhaie hier, Schildkröten und Millionen von Rifffischen in der Strömung zwischen den Korallen. Meist werden die Tauchgänge vor der Westseite der Inselchen begonnen, um in südöstlicher Richtung auf die Felsen von Mimpang zuzutauchen. Am besten ist es, bei gerade erreichter höchster Flut zu tauchen.

 

In der kalten Jahreszeit, also von Juli bis Oktober, bringen Strömungen aus großer Tiefe kühles Wasser und Mondfische an die Hänge und Steilwände Mimpangs.

Tepekong

 

Der Fischreichtum Tepekongs ist bemerkenswert! Es gibt Riffhaie und Mondfische, Schulen von Süßlippen und von Fledermausfischen, dazwischen Millionen von roten Anthias und viele andere Rifffische.

 

Ein berühmt-berüchtigter Tauchplatz Tepekongs ist der Canyon, an dem es bei bestimmten Wellen-Strömungskonstellationen zu starken Abwärtsströmungen kommt. Sie können so stark sein, dass man einfach loslassen muss! Die Strömungen verlieren in 50 Metern Tiefe an Kraft. Man muss die Nerven behalten, wenn man in eine solche Strömung gerät und kann dann vorsichtig und langsam im Freiwasser auftauchen.

 

Auch hier sind von Juli bis Oktober häufig Mondfische anzutreffen.

 

Sicherheitshinweis: Beim Auftauchen wegen starker Strömungen und gelegentlicher Boote eine Oberflächenmarkierung verwenden.

 

Zugang: Mit einer Jukung, einem traditionellen balinesischen Auslegerboot oder mit einem Schnellboot.

 

Amed: Tauchplätze Jemeluk und Lipah Bay

 

Amed meint in der Tauchszene einen Küstenstreifen östlich von Tulamben, der verschiedene Dörfer einschließt: Amed, Jemeluk, Bunutan, Lipah, Selang, Banyuning und Aas. Die Landschaft Ameds ist schön und erinnert an malerische Meerblicke Italiens.

 

Ich konzentriere mich auf die Tauchplätze Jemeluk und Lipah:

 

Jemeluk

 

Man kann Jemeluk entweder vom Strand aus betauchen oder mit Hilfe einer Jukung. Vom Strand aus bewegen wir uns gemütlich über sandigem Gelände, in dem wunderschöne Korallenblöcke stehen. Es gibt Blattfische, Skorpionsfische, Juwelenbarsche und viele kleine Fischchen, die um die Barschräuber schwirren, als ahnten sie nicht, dass sie Beute sind. Im Hintergrund stehen Gorgonien, an denen man Zwergseepferdchen finden kann.

 

Mit Hilfe der Jukung startet der Tauchgang weiter draußen, über einem zehn Meter tiefen Sandplateau. Das Plateau fällt sanft als Korallengarten auf rund 20 Meter ab. Dort treffen wir auf bunt bewachsene pyramidenförmige Blöcke – ein Eldorado für Makro-Fans und Fotografen!

Später geht der Tauchplatz in eine Steilwand über, an der wir mit Glück auch Schildkröten, Napoleons und Sepien begegnen können.

 

Lipah

 

Lipah Bay liegt einige Kilometer Richtung Südosten von Jemeluk entfernt. Die Hauptattraktion ist ein Wrack, dessen obere Teile von nur zwei Metern Wasser bedeckt sind. Außer dem Wrack ist vor allem der Hartkorallenbestand in Richtung Nordwesten bemerkenswert.

 

Über den Korallen schwirren Millionen von grünen, blauen und roten Riffbarschen. Viele Becherschwämme werden als Putzerstationen verwendet, die reichlich Kundschaft finden.

 

Zugang: Mit einer Jukung oder vom Strand aus.

 

4. Tulamben: Liberty Wreck

 

1963 hat der größte Vulkan Balis, der Gunung Agung, zufällig einen wunderschönen Tauchplatz geschaffen: Er hat die Liberty in Tulamben versenkt, ein über hundert Meter langes Schiff. Heute, 50 Jahre später, wird es von zahllosen Fischarten bewohnt und ist mit Weich- und Hartkorallen bewachsen. Die Liberty liegt nur einen weiten Steinwurf vom steinigen Strand Tulambens entfernt.

Außer Barrakudas, Süßlippen, Gartenaalen, Kaninchenfischen, Wimpelfischen, Büffelkopfpapageienfischen (und vielen anderen Fischarten) trifft man am Liberty Wrack auch auf einige der geheimnisvollen Riesen der Meere: Walhaie und Mondfische.

 

Vorsicht: Man beginnt diesen Tauchgang vom Ufer aus. Der Weg bis ins hüfttiefe Wasser ist voll großer runder und häufig rutschiger vulkanischer Steine.

 

5. Menjangan

 

Im äußersten Westen von Bali liegt der kleine Hafen Labuhan Lalan im Nationalpark Westbalis. Von dort kann man mit einem Boot hinüber nach Menjangan fahren, einer kleinen Insel mit Hirschen (Menjangan ist das indonesische Wort für Hirsch), die sich manchmal von Tauchern füttern lassen.

 

Die Insel ist umgeben von Steilwänden, die in 40 Metern meist in flache Sandhänge übergehen. Hier werden häufiger als sonst um Bali herum Walhaie gesichtet! Im blauen Wasser fliegen Adlerrochen vorbei, manchmal trifft man auf Riffhaie. Nicht selten wird man als Taucher eine halbe Stunde von Fledermausfischen begleitet.

Die Steilwände Menjangans sind häufig mit Gorgonien und Weichkorallen bewachsen. Im flachen Wasser findet man an vielen Stellen gesunde Hartkorallen, zwischen deren Verzweigungen winzige Fische Schutz suchen. Einer der schönsten Tauchplätze ist der Aalgarten. Das Ankerwrack ist faszinierend, aber wegen der großen Tiefe nur für sehr erfahrene Taucher geeignet.

 

Zugang: Mit dem Boot von Labuhan Lalan.


Text und Fotos: Michael Haas


Weitere Informationen über Bali und unseren Gastautor

 

Michael Haas hat 12 Jahre in Japan gelebt und lebt seit zehn Jahren auf Bali. Er arbeitet als Fotograf (bei Flickr gibt es tolle Fotos von ihm), bei Blup Diving Bali und hat als freier Schriftsteller das E-Book „Die schönsten Tauchplätze Balis“ verfasst.

 

Gesundheit auf Bali: Malaria kommt auf Bali kaum vor. Es gibt allerdings seltene Fälle. Verbreitet ist Dengue Fieber, gegen das es keine Prophylaxe gibt. Es wird von Mücken übertragen, die tagsüber stechen. Moskitocremes und lange Kleidung schützen vor Stichen. Empfehlenswert ist eine Tetanusimpfung. Häufig sind auch Magen-Darmerkrankungen.

 

Straßenverkehr auf Bali: Die Fahrweise der Balinesen ist chaotisch. Es empfiehlt sich – wenn man nicht über entsprechende Erfahrungen verfügt – nicht selber zu fahren.

 

Tauchen: Die Wassertemperatur kann von Juni bis Oktober bis auf ungefähr 17 Grad fallen. Es ist ratsam, beim Tauchen einen 5mm-Anzug zu tragen. Vorsicht: Es kann starke Strömungen geben.


Habt ihr auch etwas zu erzählen?

 

Habt ihr einen tollen Tauchurlaub gehabt? Kennt ihr besondere Tauchspots oder kennt ihr euch in einer Gegend besonders gut aus? Habt ihr gute Fotos dazu? Schickt uns eure Themenvorschläge per E-Mail an dekopause@ew80.de oder kontaktiert uns bei Facebook oder Twitter!


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