Buddy-Check: Tipps + Tricks für mehr Sicherheit beim Tauchen


Erstellt mit Wordle.net / http://www.wordle.net
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Der Buddy-Check gehört zum Tauchen eigentlich dazu, sorgt aber oft nicht gerade für Begeisterung. Sei es aus Bequemlichkeit oder Unsicherheit, konsequent durchgeführt wird er längst nicht von allen Tauchern. Hier ein paar Tipps und Tricks, damit es besser klappt mit dem Buddy-Check.

Es gibt Taucher, die muss man zum Buddy-Check geradezu überreden. Und darauf hat man vielleicht selbst auch nicht immer Lust. Außerdem hat ja jeder seine eigene Ausrüstung getestet, also denkt man sich, es wird schon passen. Kurzum: Es ist leicht, den Buddy-Check zu übergehen, ohne dass das thematisiert wird. Dabei spielt durchaus auch Gruppendruck eine Rolle – ein unterschätztes Thema im Tauchsport, über das wir schon einmal ausführlich berichtet haben.

 

Dabei weiß eigentlich jeder, dass der Buddy-Check die Sicherheit fördert und obendrein schnell erledigt ist. Wer ihn nicht regelmäßig durchführt, steht manchmal etwas ratlos vor seinem Buddy und fragt sich, was er noch gleich alles in welcher Reihenfolge prüfen soll?

 

Warum sollte man den Buddy-Check durchführen?

 

Es gibt mehrere Gründe, warum man den Buddy-Check vor jedem Tauchgang durchführen sollte:

  1. Einer der wichtigsten Gründe: Man lernt die Ausrüstung seines Buddys kennen! Es ist zum Beispiel wichtig zu wissen, wo am Jacket die Schnellablässe liegen und wie sie bedient werden, wie das Blei abgeworfen werden kann, wie der Oktopus befestigt ist und ob der Buddy genug Luft hat. Dieses Wissen kann im Notfall lebensrettend sein.
  2. Fehler, die man selbst übersieht, werden dank Buddy-Check rechtzeitig entdeckt.Dazu gehört das Aufdrehen der Flasche (einer der häufigsten Fehler), das Vergessen des Bleigurtes oder die Befestigung des Oktopusses.
  3. Es taucht sich entspannter, wenn man sich um seine eigene und die Ausrüstung des Buddys keine Gedanken mehr machen muss. Wenn es im Notfall schnell gehen muss, wird man dankbar sein, seine Handgriffe gezielt durchführen zu können.

Was muss beim Buddy-Check geprüft werden?

 

Am besten ist es, beim Buddy-Check systematisch vorzugehen, sich also eine bestimmte Reihenfolge anzugewöhnen. Dazu gibt es gleich mehrere Eselsbrücken (bei Facebook wurden uns zum Beispiel auf Nachfrage ein paar Beispiele genannt). Ich selbst finde die meisten Eselsbrücken, die ich kenne, verwirrend und gehe daher lieber ein Ausrüstungsteil nach dem nächsten durch, möglichst immer in derselben Reihenfolge. Die ist schließlich egal, es ist nur wichtig, nichts zu vergessen.

 

In diesem (etwas ulkig anmutenden) Video wird der Buddy-Check ganz gut gezeigt:

Hier unsere detaillierte Anleitung:

 

Buddy-Check am Jacket und für die Tarierung mit dem Trocki:

 

  • Inflator: Ist der Inflatorschlauch richtig am Jacket angeschlossen? Lässt sich Luft ins Jacket füllen und lässt es sich entleeren? Funktioniert das Aufblasen mit dem Mund? Alles wird getestet.
  • Schnellablässe: Wo sitzen sie und wie werden sie bedient?
  • Gurte und Befestigungen: Sind die Gurte richtig verschlossen? Wie lassen sie sich schnell öffnen? Sitzt der Bauchgurt so, dass er den Bleigurt nicht überdeckt? Sitzt die Flasche fest im Gurt?
  • Deko-Boje: Hat der Buddy eine dabei? Wo befindet sie sich?
  • Blei (bei Bedarf): Ist das Jacket bleiintegriert, muss der Buddy wissen, wie das Blei schnell zu lösen ist und prüfen, ob es fest sitzt.
  • Trocki-Inflator (bei Bedarf): Bei Trockentauchanzügen muss geprüft werden, ob der zweite Inflatorschlauch am Trocki befestigt ist und ob die Ventile zum Ein- und Auslassen der Luft richtig funktionieren.

 

Buddy-Check am Bleigurt oder Blei im Jacket:

 

  • Bleigurt oder bleiintegriertes Jacket? Der Buddy muss wissen, ob das Blei an einem Gurt getragen oder im Jacket integriert ist und wie er es im Notfall schnell lösen kann.
  • Bleigurt: Ist der Gurt frei zugänglich oder wird er zum Beispiel vom Jacket-Bauchgurt verdeckt? Ist der Gurt vernünftig verschlossen, sitzt er fest und ist mit der rechten Hand zu öffnen?

 

Buddy-Check für den Luftverbrauch:

 

  • Flaschenventil: Ist das Flaschenventil aufgedreht und eine halbe Umdrehung wieder zurück?
  • Finimeter: Zeigt das Finimeter genügend Luftvorrat an? Bleibt der Zeiger konstant stehen, wenn zügig aus der zweiten Stufe geatmet wird? (Wenn nicht, ist die Flasche vermutlich nicht richtig aufgedreht.)
  • Atemregler: Ist die Schlauchführung in Ordnung und sind die Schläuche in gutem Zustand? Lässt es sich aus dem Hauptregler und dem Oktopus normal ein- und ausatmen bzw. funktioniert die Munddusche? Ist der Oktopus vernünftig befestigt und im Notfall schnell zu erreichen? Wenn zwei getrennte Automaten benutzt werden: An welchem Ventil sitzt der Hauptautomat und wie ist der Zweitregler befestigt?

 

Buddy-Check der ABC-Ausrüstung und sonstiger Gegenstände:

 

  • Maske, Flossen, Schnorchel: Sind die Bänder an Maske und Flossen in gutem Zustand? Ist der Schnorchel vernünftig befestigt (bei Bedarf)? Hat der Buddy Maske, Flossen und bei Bedarf Schnorchel dabei?

 

Sonstige Fragen beim Buddy-Check:

 

  • Bei Nachttauchgängen: Sind die Lampen geladen und genügend Backup-Lampen vorhanden? Wie werden die Lampen bedient und welche voraussichtliche Brenndauer haben sie? Welche Lichtzeichen sind zu beachten? Wie kann man das Finimeter und den Computer im Dunkeln ablesen?
  • Computer & Co: Hat mindestens einer der Buddys einen Tauchcomputer bzw. Tiefenmesser und Tabelle dabei? Wird ein Kompass benötigt?
  • Gibt es Besonderheiten, die der Buddy wissen muss? Zum Beispiel bezüglich eines Trockentauchanzuges, neuer, noch ungetauchter Ausrüstung, Gegenständen wie Messer?
  • Hat der Buddy eine Kamera dabei und vor, damit viel zu fotografieren?
  • Gibt es offene Fragen, die bei Briefing und Buddy-Check nicht angesprochen wurden? Danach kann man ruhig gezielt fragen, vor allem, wenn man mit einem unbekannten Buddy taucht!

 

Vier nützliche allgemeine Tipps zur Durchführung des Checks:

 

  • Ein Buddy-Check wie oben beschrieben ersetzt kein Briefing – und umgekehrt! Ins Briefing gehören Infos zur Durchführung des Tauchgangs (Tiefe, Zeit, Dekompression), zum Tauchplatz, zur Einteilung der Buddy-Teams, zur Zeichensprache und Kommunikation, zum Notfall-Management etc.
  • Beim Buddy-Check sollte man Hand an die Ausrüstung des Buddys legen! Das heißt zwar nicht, dass man daran herumzerrt wie verrückt, alles verstellt oder die zweite Stufe ungefragt in den Mund nimmt. Es heißt aber, sich wirklich vertraut zu machen mit der Ausrüstung des Buddys und dabei aktiv vorzugehen und die einzelnen Teile zu berühren oder Inflator und Co. selbst zu bedienen. Es gilt, die Ausrüstung des Buddys zu verinnerlichen.
  • Den richtigen Zeitpunkt wählen: Der Buddy-Check wird am besten so kurzfristig wie möglich vor dem Gang ins Wasser oder im knietiefen Wasser durchgeführt. An der Tauchbasis macht er wenig Sinn, wenn die Ausrüstung dort noch nicht angelegt wird. Allerdings sollte mit Ersatzteilen vorgesorgt werden, falls etwas vergessen wurde, damit der Tauchgang am Tauchplatz nicht ganz abgebrochen werden muss.
  • Der Buddy-Check sollte auch bei festen Tauchpartnern durchgeführt werden. Auch sie können einmal etwas vergessen oder versehentlich mit geschlossener Flasche los wollen. Und es schadet besonders nach längerer Pause nicht, sich die Ausrüstung des Buddys wieder in Erinnerung zu rufen.
  • Letzter Check unter Wasser: Auf drei bis fünf Metern Tiefe sollte man beim Buddy ein „OK“ abfragen, um sicher zu sein, dass er keine Ausrüstungsprobleme hat und der Druckausgleich funktioniert.


Sagt uns eure Meinung!

 

Habt ihr weitere Tipps für die Durchführung des Buddy-Checks? Macht ihr immer einen Buddy-Check oder findet ihr ihn unwichtig? Sagt uns eure Meinung oder teilt uns eure Themenideen mit: bei FacebookTwitter oder per E-Mail an dekopause@ew80.de!


Update, 4.11.2013:

 

In der Facebook-Gruppe „Tauchen“ ist anlässlich unseres Artikels eine sehr kontroverse Diskussion zum Thema Buddy-Check entstanden. Sie spiegelt wieder, was sich in der Praxis zeigt: Taucher gehen höchst unterschiedlich mit dem Buddy-Check um und haben dazu auch sehr unterschiedliche Meinungen. Wer die Argumente nachlesen möchte, findet sie in den Kommentaren zum Beitrag.


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