5 Gründe, warum das Nachttauchen rockt!


„Ich würde mir in die Hose machen vor Angst!“ So oder ähnlich lauteten die Reaktionen von befreundeten Nicht-Tauchern auf ein Video, das ich neulich bei einem Nachttauchgang in Dahab gemacht habe (siehe unten). Haben die eine Ahnung, wie toll Nachttauchen doch ist! Hier meine 5 Gründe, warum das Nachttauchen rockt!

Zugegeben: Ich habe mich nicht gerade schnell ans Nachttauchen gewöhnt. Ich brauchte eine ganze Weile, bis ich mich uneingeschränkt aufs Nachttauchen freuen konnte. Heute bin ich heilfroh, dass ich durchgehalten habe. Denn nach vielen weiteren Nachttauchgängen, irgendwann auch als Guide für Taucher, die zum ersten Mal nachts ins Wasser stiegen, weiß ich: Nachttauchen rockt – und zwar so richtig! Und dafür gibt es aus meiner Sicht gleich eine ganze Handvoll Gründe:

 

1. Nachts taucht man durch eine andere Welt als tagsüber

 

Tauchen heißt schon tagsüber, sich in einer völlig anderen Welt als der über Wasser zu bewegen. Doch im Dunkeln verändern sich selbst die Tauchplätze, die man gut kennt, vollkommen! Aus tagsüber scheinbar blanken, unbelebten Felsen, ragen plötzlich blumenartige Röhren- und Fächerwürmer hervor und greifen nach Plankton.

Krebse und Schnecken, die sich tagsüber in Höhlen und Spalten verkriechen, wagen sich auf der Suche nach Futter aufs Riff.


Hartkorallen fangen an zu „blühen“ und strecken ihre Fangärmchen deutlich hervor. Weichkorallen rollen ihre blumenartigen Fortsätze vollständig aus und halten sie in die Strömung. Erst nachts begreift man wirklich, dass Korallen Lebewesen sind.

In all dem winzigen Gewusel kommen natürlich auch die nachtaktiven Räuber aus ihren Verstecken und gehen auf Jagd: Conger, Muränen, Oktopusse und Kalmare sieht man dann freischwimmend oder sogar jagend.

Von Nachttauchgängen in Gebieten, wo hunderte Riffhaie nachts auf die Pirsch gehen und man das große Fressen live beobachten kann, ganz zu schweigen…

 

2. Nachts tauchen ist noch intensiver als tagsüber!

 

Am Abend schaltet der Körper automatisch in den Ruhemodus: Man entspannt, die Atmung wird flacher. Das kann sich sogar positiv auf den Luftverbrauch auswirken. Die innere Ruhe führt aber gepaart mit der Dunkelheit auch dazu, dass es sich nachts noch intensiver taucht. Die Sicht ist nur auf das beschränkt, was der Lichtkegel hergibt. Oder auf Schemen, die man im Mondlicht gerade noch erkennen kann (wenn man das künstliche Licht ausschaltet). Alles andere ist ausgeblendet. Deshalb nehmen wir nachts mehr Details war, fokussieren den Blick auf einen Bereich von wenigen Metern und konzentrieren uns bei gleichzeitiger größerer innerer Ruhe mehr auf das, was wir erleben. Klingt ein bisschen nach Meditation, oder?

 

3. Nachts fotografiert es sich noch besser!

 

Weil alles, was man beim Nachttauchen sieht, von künstlichem Licht angestrahlt wird, leuchtet es in viel intensiveren Farben als tagsüber. Dadurch können Motive spannend werden, die man tagsüber einfach übersehen würde. Sehr wahrscheinlich kann man außerdem einige nachtaktive Tiere „abschießen“, die sich tagsüber vor der Kamera verstecken – eventuell sogar bei der Jagd! Außerdem hilft es natürlich auch beim Fotografieren, dass man sich nachts automatisch auf einen kleineren Bereich konzentriert und seine Aufmerksamkeit intensiver auf Details richtet. Eine langsam kriechende, vernünftig beleuchtete Nacktschnecke auf der Jagd kann nachts ein noch schöneres Motiv werden als tagsüber. Mehr Tipps für bessere Unterwasserfotos beim Nachttauchen haben wir hier aufgeschrieben.

4. Meeresleuchten und Mondlicht rocken!

 

Es lohnt sich eigentlich immer, beim Nachttauchen nach vorheriger Absprache für kurze Zeit die Lampen auszuschalten. Nach einem kleinen Moment gewöhnen sich die Augen an die Dunkelheit und je nachdem, wie voll der Mond ist und wie klar der Himmel, wird man staunen, was man noch alles erkennen kann! Natürlich darf dann das wilde Wedeln mit Händen und Flossen nicht fehlen, um das Meeresleuchten auszulösen. Plötzlich glitzert das Wasser und man hinterlässt leuchtende „Kondensstreifen“. Ursache ist die Biolumineszenz einiger Lebewesen im Plankton. Ich finde:

Meeresleuchten im Mondlicht rockt!

 

5. Fluo-Tauchen könnte das Next-big-thing sein!

 

Immer häufiger lese ich von Fluo-Nachttauchgängen und staune über die spektakulären

Fotos davon. Ausgerüstet mit einem Filter vor der Maske und mit spezieller Lichtquelle taucht man durchs nächtliche Riff, das allerdings dank Fluoreszenz in den knalligsten Farben leuchtet, inklusive Lebewesen! Am besten lässt sich das in einem Video zeigen:

Ich habe das Fluo-Tauchen noch nicht ausprobiert, aber für mich klingt das nach einem Must-Dive! Was meint ihr? Habt ihr vielleicht sogar schon einen Fluo-Dive gemacht?

 

Übrigens: Im zweiten Teil unserer Mini-Serie zum Nachttauchen geht es um 5 Regeln und Tipps, die man beim Nachttauchen beachten sollte. Und im dritten Teil um Tipps für die Unterwasserfotografie beim Nachttauchen.


Alle Fotos und Video „Nachttauchgang, Dahab Nord“: Sonja Kaute

 

Sagt uns eure Meinung!

 

Was gefällt euch am Nachttauchen? Welche Erfahrungen habt ihr mit dem Nachttauchen gemacht, welche Begegnungen waren dabei besonders spannend? Sagt uns eure Meinung oder teilt uns eure Themenideen mit: bei FacebookTwitter oder per E-Mail an dekopause@ew80.de!

 


Ergänzung, 23.10.

 

Christa und Alex Allgayer haben uns bei Facebook ein Video angeboten, das sie bei mehreren Nachttauchgängen auf Curaçao gemacht haben und das viele aktive Critter zeigt, die man so meist nur nachts sieht. Wir bedanken uns und zeigen es gerne:

Übrigens: Christa und Alex Allgayer leben seit vielen Jahren auf Curaçao und haben für dekopause Insider-Tipps für das Tauchen auf Curaçao zusammengestellt.


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