7 einfache Tipps, wie Taucher und Schnorchler die Umwelt schützen können


Foto: NOAA’s National Ocean Service, CC-Lizenz (BY): http://www.flickr.com/photos/usoceangov/7309098432/
Foto: NOAA’s National Ocean Service, CC-Lizenz (BY): http://www.flickr.com/photos/usoceangov/7309098432/

Taucher haben ein großes Interesse an einem ausgewogenen, vielfältigen Ökosystem im und am Wasser. Was kann man als Taucher oder Schnorchler tun, um diese geliebte Umwelt zu schützen? Diese sieben Tipps sind einfach zu beachten und dennoch wirkungsvoll.

Hände weg: Nichts anfassen, nichts mitnehmen, nicht füttern!

 

Wer Tiere unter Wasser anfasst oder Souvenirs mitnimmt, greift in das natürliche Geschehen ein. In manchen Gegenden gilt deshalb ein Handschuh-Verbot für Taucher.

 

Hier einige „Todsünden“:

  • Anfassen von Korallen: Das kann nicht nur weh tun und äußerst fiese und nur langsam heilende Wunden hinterlassen, sondern auch den schleimigen Schutzfilm um die Korallen zerstören. Das macht sie anfällig für Infektionen.
  • Anfassen von Tieren bei Nacht: Ruhende Tiere können durch plötzliches Anfassen in Stress und Panik geraten. So werden sie leichter zum Opfer von Fressfeinden.
  • Anfassen von Schildkröten: Was auf einem Foto vielleicht toll aussieht und obendrein einfach ist, kann für die Schildkröte lebensbedrohlich sein. Sie muss zum Luftholen an die Wasseroberfläche. Wird sie festgehalten, droht sie zu ertrinken. Schildkröten sollten daher nicht angefasst werden.
  • Mitnehmen von Souvenirs: Leere Gehäuse dienen Tieren oft als Unterschlupf. Und es ist schwer zu erkennen, ob ein Muschel- oder Schneckengehäuse oder ein Korallenast tatsächlich unbewohnt ist. Viele der darin lebenden Tiere verkriechen sich bei Erschütterung. In Gehäusen leben je nach Gegend auch für den Menschen lebensgefährliche Tiere wie Blauring-Krake oder Kegelschnecke.

 

Keinen Müll hinterlassen

 

Eines der wichtigsten Themen in Sachen Meeresschutz ist der Müll im Meer.

  • Deshalb haben der NABU und der VDST eine Broschüre „Abtauchen ­­- Sporttaucher für saubere Meere“ (PDF) herausgegeben. Darin finden sich kompakte Hintergrundinformationen sowie Tipps und Kontaktmöglichkeiten.
  • Wer unter Wasser oder am Ufer Müll findet, sollte ihn mitnehmen und entsorgen. Das gilt auch für Angelleinen und Netze.
  • Wer sich stärker engagieren möchte, kann an Reinigungsaktionen teilnehmen, die von Vereinen, Tauchbasen oder Organisationen wie Project Aware durchgeführt werden.

Übrigens: Was sind die gefährlichsten Arten im Mittelmeer? Die ebenso wahre wie traurige Antwort gibt es hier:

Foto: habitatnews, CC-Lizenz (BY): http://www.flickr.com/photos/habitatnews/3506702343/
Foto: habitatnews, CC-Lizenz (BY): http://www.flickr.com/photos/habitatnews/3506702343/

Tarieren und fotografieren, aber richtig!

 

Eine gute Tarierung ist nicht nur wichtig für die Sicherheit des Tauchers, sondern auch einer der wichtigsten Faktoren zum Schutz der Umwelt:

  • Wer (noch) nicht richtig tarieren kann, knickt möglicherweise Korallen ab, beschädigt das Riff und wühlt den Untergrund auf.
  • Aufgewühlte Sedimente legen sich auf  Pflanzen, Korallen und Laich und drohen diese zu ersticken. Außerdem behindern sie das oft sehr langsame Wachstum.
  • Wer sich nicht allein über die Tarierung stabil halten kann, sollte vor dem Fotografieren mehr Taucherfahrung sammeln. Fotografen sollten sich nie auf Korallen oder bewachsenen Felsen abstützen und ihre Kamera nicht darauf abstellen. Wer sich abstützen muss, tut dies mit zwei Fingern an einer nicht bewachsenen Stelle.

 

Wer Meeresfrüchte liebt, der liest!

 

Viele Fischarten und Meeresfrüchte, die heute noch selbstverständlich auf unseren Tellern landen, sind (stark) bedroht: zum Beispiel Kabeljau, Scholle, Seezunge, Pangasius, Seeteufel, Rotbarsch und Tunfisch. Experten gehen davon aus, dass bei gleichbleibendem Konsum schon in 40 Jahren kaum noch heute kommerziell genutzte Arten übrig sind.

 

Taucher haben ein besonderes Interesse an einem vielfältigen Ökosystem – und vielen von ihnen lieben Meeresfrüchte. Wer nicht ganz darauf verzichten möchte, kann seinen Konsum intelligent gestalten, indem er sich informiert. Dabei helfen diverse Fischführer.

  • Der WWF hat einen kompakten Fischführer (PDF) herausgegeben, der die Arten und ihren Konsum in drei Kategorien einteilt: annehmbar (gute Wahl), bedenklich (zweite Wahl) und bedrohlich (lieber nicht). Gibt es unter dem Namen „WWF-Fischratgeber“ auch als App.
  • Auch bei Greenpeace gibt es einen Fischführer, mit zwei Kategorien: grün (noch empfehlenswert) und rot (nicht empfehlenswert). Es gibt ihn auch im Miniformat zum Mitnehmen beim Einkauf.

 

Übrigens: Der WWF empfiehlt in seinem Ratgeber, auf das bekannte Siegel des Marine-Stewardship-Council (MSC) für nachhaltige Fischerei zu achten. Greenpeace dagegen kritisiert das Siegel als nicht zuverlässig. Der WDR gibt eine Übersicht über die wichtigsten Siegel in Deutschland.

 

Auch das Ufer ist empfindlich

 

Natürlich gehört auch der sorgsame Umgang mit dem Bereich um das Wasser herum zu den Pflichten eines Tauchers:

  • Autos gehören auf dafür vorgesehene Wege und Parkplätze.
  • Taucher nutzen nur die für sie vorgesehenen Ein- und Ausstiege.
  • Um den Einstieg verhalten sich Taucher vorsichtig, wirbeln nicht den Untergrund auf oder zertrampeln Wasser- und Uferpflanzen. Diese sind Laich- und Nistplätze für viele Arten von Vögeln, Insekten, Amphibien und Fischen. Oft werden diese Bereiche durch (temporäre) Tauchverbote geschützt. Trotzdem ist Wachsamkeit angesagt.
  • Tauchverbote sind ausnahmslos einzuhalten.

 

Sich verantwortlich fühlen – auch für andere

 

Taucher sollten sich nicht nur für ihr eigenes, sondern auch für das Verhalten anderer Taucher verantwortlich fühlen. Egal, ob es um die Boots-Crew, Tauchlehrer, den Tauch-Guide oder Buddy geht: Wer umweltschädigendes Verhalten beobachtet, hat die Verantwortung, nicht wegzusehen. Es muss ja vielleicht nicht gleich eine moralische Belehrung mit erhobenem Zeigefinger sein: Fehlverhalten geschieht nicht unbedingt aus Absicht, sondern oft aus Unwissenheit oder Gedankenlosigkeit. Vermutlich hat jeder schon einmal gegen eine der Umwelt-Regeln verstoßen.

 

Lieber verzichten, als Schaden anrichten

 

„Bei der Gefahr einer nachhaltigen Schädigung der Natur oder kulturhistorischer Objekte muss der Taucher – unaufgefordert und selbstverständlich – auf die Ausübung seines Sports verzichten.“ So steht es in den VDST-Leitlinien für einen umweltverträglichen Tauchsport (siehe unten) – und so soll es auch hier stehen.


Weiterführende Informationen

 

Die VDST-Leitlinien für einen umweltverträglichen Tauchsport sind als PDF abrufbar.

 

Project Aware sammelt Daten zum Müll im Meer. Wer dazu Informationen hat, kann diese melden. Mit dem wachsenden Datensatz können bessere Kenntnisse über die Ausmaße und Auswirkungen von Müll im Meer gewonnen werden. Außerdem können Taucher und Nichttaucher über die Plattform Reinigungs-Aktionen organisieren und bewerben.

 

Sharkproject und SSI haben sich für die Mission Deep Blue zusammengetan, die sich dem Meeresschutz widmet. Hier sind unter anderem Umwelt-Tipps für den Betrieb von Tauchbasen zu finden.

 

Zu den Themen Ozeanologie, Meeres- und Süßwasserbiologie sowie Gewässeruntersuchung bieten viele Tauchbasen Spezialkurse an. Einen kurzen Überblick über diese und weitere Kurse gibt es beim VDST.

 

Über die Ökologie in Seen informiert das Tauchseen-Portal ausführlich.


Teilt eure Umwelttipps!

 

Habt ihr weitere Umwelttipps für Taucher, an einem Clean-up teilgenommen, kennt ihr besonders dreckige oder saubere Tauchspots oder habt sonstige Erfahrungen mit dem Thema Umweltschutz und Tauchen? Schickt uns eine E-Mail an dekopause@ew80.de, kommentiert bei Facebook oder kontaktiert uns bei Twitter! Wir freuen uns auf eure Anregungen!


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