Tauchen im Bergwerk: Neuer Tauchplatz für Höhlentaucher und Fortgeschrittene im Sauerland


Höhlentaucher und fortgeschrittene Sporttaucher werden sich in den kommenden Monaten auf ein neues Tauchziel in Deutschland stürzen: Nahe Brilon im Hochsauerland wird die Tauchschule Sorpesee ein Schieferbergwerk als Tauchplatz eröffnen. Tec-Taucher im In- und Ausland scharren bereits mit den Füßen.

Matthias Richter, Geschäftsführer der Tauchschule Sorpesee, kann sich vor Anfragen kaum noch retten. So viele Menschen wollen in den Newsletter zum neuen Bergwerktauchen eingetragen werden, dass er aus Zeitgründen nur etappenweise dazu kommt. Beim neuen Tauchplatz handelt es sich um ein für das Sauerland typisches Schieferbergwerk. Es liegt direkt am Ufer der Ruhr – wo genau, möchte Matthias Richter im Moment noch nicht verraten. Nur so viel: „Es liegt etwa 35 Minuten von unserer Tauchbasis am Sorpesee entfernt, westlich von Brilon.“

 

Abbauten erinnern an Kathedralen

 

Über zwölf Kilometer erstreckt sich das Unterwasser-Labyrinth in der Grube. Die unterirdischen Räume sind im Vergleich zu anderen Bergwerken riesig. Die Gänge sind gesäumt von gestapelten Bergemauern. Einige Abbauten sind so groß, dass sie an Kathedralen erinnern. Seit einem Jahr erforschen die Betreiber das Bergwerk. In rund 150 Tauchgängen habe das Team jedoch noch immer nicht alles gesehen, was es dort zu sehen gibt, so Matthias Richter. Er nennt das „Explorationsfeeling“. Und verspricht, dass die bald kommenden Besucher des Bergwerks dieses Feeling auch genießen können.

Das Tolle am hochsauerländischen Bergwerk: Maschinen, Ausrüstungsteile und Bergbau-Relikte sind dort noch genau so vorzufinden, wie sie von den Bergleuten hinterlassen wurden. Auf einem Schienenstrang stehen Loren, ein Überkopflader steht wie eh und je auf seinem Platz. Und in einer alten Pausenbude hängen noch immer die Jacken der Bergleute an der Wand.

 

Eröffnung im zweiten Quartal 2013

 

Eröffnet werden soll das Bergwerk im zweiten Quartal dieses Jahres. Der Countdown läuft. Doch bis es soweit ist, haben Matthias Richter und sein Team alle Hände voll zu tun. „Die Arbeiten unter Wasser sind so gut wie abgeschlossen“, sagt er. „Jetzt geht es noch darum, die Logistik vor Ort sicherzustellen.“ Schließlich sollen sich auch die Tec-Taucher mit ihrem schweren Gerödel vernünftig an- und umziehen können. Denn davon kommen bald sicher viele.

Mehr Fotos aus dem Bergwerk

Wir bedanken uns bei dem Fotografen Björn Dorstewitz!


Weiterführende Informationen

 

Anreise: Das Bergwerk liegt circa 35 Minuten vom Sorpesee entfernt. Tauchgänge im Sorpesee und im Bergwerk lassen sich also verbinden, zumal für beides die Tauchschule Sorpesee zuständig ist. Der See liegt rund eine Stunde süd-östlich des Ruhrgebiets im Hochsauerland. Die genaue Lage des Bergwerkes findet man seit Ende Mai 2013 auf der Website zum Bergwerktauchen.

 

Tiefe, Temperatur und Sichtweite: Zwei der fünf Ebenen des Bergwerkes sind komplett geflutet und durch schräge Stollen miteinander verbunden. Die Tauchtiefe beträgt maximal 30 Meter, aber es gibt auch flache Bereiche. Die Sichtweite beträgt 30 bis 35 Meter, bei 8 Grad Wassertemperatur.

 

Voraussetzungen für das Tauchen: Das Tauchen im Bergwerk ist mit Risiken verbunden. Deshalb dürfen fortgeschrittene Sporttaucher nur im Freiwasserbereich tauchen, in dem jederzeit aufgetaucht werden kann. Wer die Grube richtig erkunden möchte, muss einen Höhlentauchschein haben. Außerdem müssen Taucher einen Check-Dive machen. Das Bergwerk ist in verschiedene Bereiche aufgeteilt, je nach Ausbildungsstufe der Höhlentaucher. Die Hauptstrecken sind ausgeleint. Die Tauchschule Sorpesee bietet Ausbildung zum Höhlentaucher an. Weitere Infos dazu und zum Regelwerk, Anmeldeverfahren, Preisen etc. gibt es auf der Website zum Bergwerktauchen.

 

E-Mail-Newsletter: Taucher, die aktuelle Informationen zum Bergwerk haben möchten, können sich per E-Mail an matthias@tauchschule-sorpesee.de in den Newsletter eintragen lassen und sollten die Facebook-Seite Bergwerktauchen im Auge behalten.


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