Tauchsportverbände appellieren an Verbraucher: Keine Seesterne in Weihnachtskerzen!


Massenweise Seesterne landen zur Weihnachtszeit als maritime Dekoration in Kerzen in unseren Wohnzimmern. Meistens werden diese lebend gefangen und getrocknet. Die Tauchsport-Verbände in Deutschland, Österreich und der Schweiz raten, derartige Produkte zu meiden.

Vor einem Jahr hat das VDST-Magazin „Sporttaucher“ über den fragwürdigen Handel mit Seesternen berichtet (Ausgabe November/Dezember 2011). Der Verband Deutscher Sporttaucher (VDST), der Tauchsportverband Österreichs (TSVÖ) und der Schweizer Unterwasser-Sport-Verband (SUSV) haben jetzt nachgeforscht, ob sich seitdem etwas geändert hat.

 

Kerzen aus dem Sortiment genommen

 

Einige Händler hatten im vergangenen Jahr versprochen, sich bei ihren Lieferanten zu erkundigen, ob die Seesterne lebend oder tot gesammelt werden. Die Tauchsportverbände stellten in diesem Jahr fest: Bei einigen Versandhändlern und Organisationen sind keine Kerzen mit eingegossenen Tieren mehr zu finden. „Das ist sehr erfreulich und zeigt, dass ein Umdenken durchaus möglich ist“, heißt es vonseiten der Verbände.

 

25 Kerzen mit Seesternen und Muscheln hat man geschmolzen und untersucht, um die Arten zu bestimmen und so die Herkunft der Wildfänge zu ermitteln. Schwierigkeiten gab es dabei vor allem bei der Suche nach Experten, die sich mit tropischen Seesternen auskennen. „Weder an den Museen noch an den Universitäten wurden wir fündig. Letztlich teilte uns ein Kollege vom Smithsonian Naturkundemuseum in Washington (USA) mit, dass es sich um Archaster typicus, den Grabenden Seestern handelt“, so VDST-Umweltreferent PD Dr. Ralph Schill.

 

Diese Art lebt im westlichen Indischen Ozean und im Indopazifik und werde besonders in den Philippinen massenhaft aus dem Meer gesammelt. Die Tiere werden nach Angaben der Verbände vor Ort getrocknet und dann in die ganze Welt verschickt. So stammen auch die rund um das Mittelmeer verkauften getrockneten Seesterne aus Asien.

 

Archaster typicus sei zwar nicht als bedrohte Art gelistet, „aber große Entnahmen können durchaus an den entsprechenden Orten für das Verschwinden sorgen“, so Ralph Schill auf Nachfrage. Eine derart große Entnahme sei immer ein Problem für ein ausgeglichenes Ökosystem. Wissenschaftliche Daten zum Bestand fehlten hier aber ebenso „wie bei fast allen dieser Tiere“.

 

Massenweise Seesterne im Online-Handel

Auch, wenn der Handel der Händler-Befragung des VDST zufolge in diesem Jahr nachgelassen hat, lassen sich lebendig getrocknete Seesterne im Internet problemlos beziehen. Eine 100er-Packung koste unter fünf Euro, so der VDST. Bei größeren Abnahmemengen halbiere sich der Preis sogar noch.

 

Die Frage, die sich Verbraucher Ralph Schill zufolge stellen sollten, lautet: „Warum brauchen wir echte Seesterne aus Asien als Dekomaterial für eine maritime Stimmung?“ „Lebendige“ Tiere hätten nach Meinung der Verbände nichts in Kerzen, Schlüsselanhängern oder Klodeckeln zu suchen.

 

Der VDST, TSVÖ und SUSV appellieren daher an alle Verbraucher: „Seesterne gehören nicht in Kerzen, sondern ins Meer.“ Dasselbe gelte im Übrigen für alle getrockneten, lackierten und oft zu „Skulpturen“ zusammengeklebten Meerestiere und -Schalen, die noch immer an Touristen verkauft werden. Verbraucher werden gebeten, entsprechende Produkte zu vermeiden und die meist unwissenden Händler solcher Waren direkt auf die Problematik anzusprechen.

 

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