Tauchen am Attersee mit Under Pressure: Service direkt aus der Lederhose


Dass man eine Tauchbasis mit Spaß führen und zeitgleich guten Service bieten kann, beweist die Tauchbasis Under Pressure am Attersee. Wer gerne lacht, vernünftig tauchen gehen möchte und wie ich die Österreicher mag, ist hier gut aufgehoben. Bei Under Pressure kommt der Service direkt aus der Lederhose – buchstäblich.

Als ich die kleinste Tauchbasis am Attersee betrete, werde ich herzlich begrüßt – direkt aus der Lederhose. Denn die Basisleiter Bocki und Stefan arbeiten bevorzugt in eben diesen und wenn man dem Profilbild von Bocki bei Facebook glaubt, geht er auch schon mal mit Lederhose drunter trockentauchen. Doch auch wenn das Team von Under Pressure auf den ersten Blick vor allem Spaß ausstrahlt, geht es an der Basis kundenorientiert und freundlich zu.

 

Der Attersee ist der größte und zweittiefste Binnensee Österreichs. Ganze 25 Tauchplätze locken zigtausende Tauchtouristen im Jahr vor allem an das östliche Seeufer.

 

Twin Towers unter Wasser

 

Bocki nimmt mich mit zum Tauchplatz Twin Towers. Auch nach tausenden Tauchgängen im Attersee geht der Basischef noch beinahe täglich ins Wasser. Dass dahinter echte Leidenschaft für die Unterwasserwelt steckt, merkt man ihm an.

 

Das Wasser im Attersee ist an diesem Tag erstaunlich blau, selbst nach dem Abtauchen. Ich hatte mir eine grüne Suppe vorgestellt. Die Sicht sei nicht so gut, wurde ich vorgewarnt. Sie ist allerdings mit zehn bis knapp 15 Metern auch nicht besonders schlecht. Und vor allem ist sie nicht grün, sondern meeresblau.

 

Benannt ist dieser Tauchplatz nach zwei nebeneinander senkrecht in die Höhe ragenden Baumstämmen. Wir schweben daran vorbei und noch ein Stückchen weiter. Seit der Sprungschicht auf 14 Metern ist das Wasser mit sechs Grad unangenehm kalt. Doch die Kälte ist aushaltbar, denn an der Oberfläche ist der See um diese Jahreszeit bis zu 20 Grad warm. Über einen Teppich Schlingpflanzen tauchen wir langsam zurück ins wärmere Wasser.

 

Mini-Hechte mit grimmigem Blick

 

Knapp oberhalb des Pflanzengewirrs flitzen kleine Barsche. Und wo Barsche sind, da sind auch Hechte. Es dauert nicht lange, bis wir die ersten Exemplare sehen: Zwei von ihnen stehen über unseren Köpfen links und rechts von einer Wasserpflanze. Ihre starren Silhouetten heben sich deutlich von der Wasseroberfläche ab.

 

Wirklich große Hechte gebe es hier nicht, meinte Bocki vor dem Tauchgang. Dafür aber sehr kleine. Mit den Fingern zeigte er vielleicht zehn oder 20 Zentimeter Länge. Und tatsächlich sehen wir etliche dieser Mini-Räuber im Pflanzendickicht lauern. Gucken können diese Winzlinge schon genauso grimmig wie die großen.

 

Gedenkstätte mit Kreuz und Bierhumpen

 

Später am Tag tauchen wir am Tauchplatz Unterwasserwald. Die Sicht ist gut, noch besser als bei den Twin Towers. Lange, dicke Baumstämme liegen auf dem Boden. Auf einem befindet sich ein Gedenkkreuz für einen verstorbenen Tauchlehrer. Bocki nimmt einen kleinen Bierhumpen vom Sandboden auf und stellt ihn wieder auf seinen Platz neben dem Kreuz. Kurz hinter der Gedenkstätte hängt eine schwarze Flosse an einem Baumstamm, mit persönlicher Widmung für Bocki zu seinem 1000. Tauchgang.

 

Und dann sehe ich direkt unter mir etwas Bewegungsloses liegen. Es sieht aus wie eine Muräne. Ich denke, jemand hat hier eine Plastik-Muräne abgelegt und sehe Bocki fragend an, doch er blickt ganz woanders hin. Und als ich wieder auf den Boden blicke, ist das Ding plötzlich weg! Ja, spinn ich, oder was? Wenig später sehen wir es noch einmal: Es ist ein Aal – mein erster überhaupt. Zu dieser Tageszeit gar nicht mal so gewöhnlich.

 

Vom Anfänger bis zum Tech-Diver

 

An der Tauchbasis finden sich in den zwei Tagen, die ich da bin, alle Typen von Tauchern ein: Beginner, Apnoe-Taucher, Kinder, Urlaubstaucher und Tech-Diver. Offensichtlich kommen hier alle auf ihre Kosten, und zwar das ganze Jahr über, denn hier wird auch im Winter getaucht und gelacht. Der See bietet unter und über Wasser so viel zu entdecken, dass sich auch ein längerer Besuch oder wiederholte Kurztrips lohnen.

 

Ob die sympathischen Jungs von Under Pressure im Winter lange Lederhosen drunter tragen, weiß ich allerdings nicht. Vielleicht finde ich es in ein paar Monaten heraus.

 

Bilder vom Tauchen im Attersee


Weiterführende Informationen

 

Der Attersee: Der Attersee hat Trinkwasserqualität und ist der größte und zweittiefste Binnensee Österreichs. Maximale Tiefe: ca. 175 Meter. Eine Umrundung ist knapp 50 Kilometer lang. Der See ist fast überall gut zugänglich und auch für Badegäste und Segler interessant.

 

Tauchen am Attersee: An allen 25 Tauchplätzen stehen Info-Tafeln mit Tauchplatz-Karten und wichtigen Angaben wie Notfall-Nummern. Der See bietet für alle Erfahrungsstufen entsprechende Tauchplätze. Im Winter ist am südlichen Ende Eistauchen unter einer meist dünnen Eisschicht möglich. Die Sichtweiten können bis zu 25 Meter betragen. Nützliche Informationen gibt es beim Tauchkompetenz-Zentrum Attersee und auf der Attersee-Website des Salzkammerguts.

 

Tauchbasis Under Pressure: Die Tauchbasis ist Teil des Tauchkompetenz-Zentrums Attersee und vermittelt auch Unterkünfte. Das Team kümmert sich freundschaftlich und professionell und hat viele Jahre Erfahrung am und im Attersee. Service-Plus: Hier werden auch Trockentauchanzüge verliehen.

 

Unterkünfte: Diese Unterkünfte haben sich speziell auf Taucher eingestellt.

 

Tipp: Wer am Attersee ist, sollte sich das Flusstauchen und Scuben in der Traun nicht entgehen lassen. Innerhalb einer knappen halben Stunde ist man mit dem Auto dort. Hier geht’s zum Bericht bei dekopause: Flusstauchen und Scuben in der Traun: Kopf ins Wasser, Kino gucken!


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