Tauchen in Skottevik (Norwegen): Ein Fjord, Schiffs- und Flugzeugwracks


Die XING-Gruppe der „Nordtaucher“ hat ihrem Namen Ende Mai alle Ehre gemacht: Sie war im norwegischen Skottevik tauchen. Christoph Arndt hat das Tauchen im Fjord und an Schiffs- und Flugzeugwracks zusammengefasst. Seine Eindrücke gibt es jetzt bei dekopause zu lesen.

Das Tauchen in Norwegen ist wunderbar entspannt. Gleitet man durch die Wasseroberfläche, erinnert das Tauchen an die Kelp-Wälder des Pazifiks kombiniert mit dem grünen Wasser der Ostsee. Wracks und gesunde Naturtauchplätze garantieren angenehme Tauchtage.

 

Die Wege sind kurz: Das Hausriff liegt gleich an der Basis des Feriencenters Skottevik. Der Einstieg erfolgt vom Anleger mit einem großen Schritt. Von dort aus kann man in den flacheren Bereich des Fjordes tauchen. Hier findet man reichen Bewuchs und viele Fische wie Dorsche oder bunte Lippfische.

 

In Abhängigkeit von den Strömungsverhältnissen, dem Wetter und Tidenstand waren die Sichtweiten oberhalb der ersten Sprungschicht wegen der Algenblüte ein wenig eingeschränkt. Unterhalb der Sprungschicht war das Wasser dunkel, geheimnisvoll und klar.

 

Norwegisches Kulturgut

 

Behält man die Riffkante an der linken Schulter und schwimmt in Richtung Fahrrinne, erreicht man ein altes Wrack. Es sind nur noch die Planken vorhanden. Diese werden hin und wieder von  Tide und Strömung freigespült. Der Platz aber ist mit einem Schild aus Edelstahl als norwegisches Kulturgut gekennzeichnet. Ein ungewöhnliches Fotomotiv. In der ganzen Bucht findet man viel Fisch und mit Kelp bewachsene Felskanten. Eine wunderschöne Unterwasserlandschaft.

 

Der Ausstieg erfolgt bequem über eine Leiter. Man läuft praktisch unter der Dusche hindurch und kann im Vorbeigehen sein Equipment entsalzen. Das Hausriff rechtfertigt mehrere Tauchgänge, bevor man alles gesehen hat. Und eigentlich hat man nie alles gesehen. ;-))

 

Spektakuläre Licht- und Farbspiele

 

Die Ausfahrten zu den Naturplätzen bieten noch schönere Unterwasserlandschaften, mit steilen Felswänden und spektakulären Licht- und Farbspielen.

 

Eine der Ausfahrten führte uns zum Wrack der „Seattle“. Sie ist ein beeindruckendes Wrack und bietet Tauchern aller Leistungs- und Erfahrungsstufen viel zu entdecken. Im Zweiten Weltkrieg entkam die „Seattle“ einer Internierung auf Curaçao nach Norwegen. Im Zuge der Besetzung Norwegens durch deutsche Truppen wurde die „Seattle“ beschädigt und sank in einem Fjord in der Nähe von Kristiansand. Das Wrack liegt an einem Unterwasserhang. Der Bug in etwa 72 Metern Tiefe, das Heck ragt bis in eine Tiefe von bis zu 25 Metern hinauf.

Wegen einiger tödlicher Unfälle war das Wrack längere Zeit gesperrt und durfte nicht betaucht werden. Ein Eindringen in das Wrack ist verboten. Wir haben den Bereich bis circa 45 Meter betaucht. Das Wrack ist schön mit Manteltieren und Röhrenwürmern bewachsen und die Technik ist noch weitgehend zu erkennen. Man trifft auch hier auf Dorsche und bunte Lippfische. Besonders beeindruckend ist das Gasflaschenlager auf ca. 45 Metern und der Bewuchs an der Reling. Ein absolut lohnendes Tauchziel.

 

Wracktauchen auch für Anfänger

Die „Tom B.“ ist ein einfach zu erreichendes, schön bewachsenes Wrack und gut für Anfänger geeignet. Das Küstenmotorschiff ist 1958 vor der Insel Øya auf die Klippen aufgelaufen und gesunken. Wegen der ungeschützten Lage kann das Wrack wetterbedingt allerdings nicht immer angefahren werden.

 

Das Wrack der Dornier Do-24 liegt im Meer in der Nähe des Flughafens von Kristiansand. Das Flugzeugwrack ist in vier Teile zerfallen und mit einer Boje gekennzeichnet. Die Motoren und Teile des Rumpfes sind noch gut erhalten. Im Flachwasser liegen versunkene Bäume, die auch den Dekostop interessant machen. Die Teile des Wracks sind zum Teil durch Leinen verbunden und daher gut zu finden. Auch die Dornier Do-24 ist ein sehr lohnendes Tauchziel.

 

Zusammenfassend war es eine sehr schöne Woche in Norwegen. Die Aufnahme und der Service waren sehr gut und die Tauchgänge sehr entspannt und zum Teil sehr spannend. Skottevik ist ein Urlaubsort, den man jedermann empfehlen kann und bietet mehr als nur entspannte und spannende Tauchgänge.

Weitere Fotos vom Tauchen in Skottevik


Weitere Informationen

Ferienanlage Skottevik

 

In der Ferienanlage gibt es Apartments für vier bis sechs Personen. Sie sind sauber und zweckmäßig eingerichtet: Es gibt ein Bad, einen Aufenthaltsraum zum Kochen und Essen, Satelliten-TV und 2-Bett-Schlafzimmer. Bettwäsche und Handtücher werden gestellt, Geschirrtücher sollte man mitbringen. In der Umgebung gibt es nette Orte und viele Attraktionen, die einen Urlaub in Norwegen auch abseits des Tauchens attraktiv machen. Mehr Informationen: http://skottevik.no/forside.aspx.

 

Anreise

 

Die Anreise wurde im eigenen Auto mit Fahrgemeinschaften organisiert. Übergesetzt wurde in Hirtshals (Dänemark) mit einer Fähre der Linie Color Line. Auf der Fähre kann man ein Frühstücks- oder Mittagsbuffet vorbuchen. Die Überfahrt dauert rund vier Stunden.

 

Vom Anleger in Kristiansand, Norwegen, sind es dann nochmal circa 30 Minuten bis zum Feriencenter Skottevik. Achtung! Auf der günstigsten Strecke liegt ein Stück mautpflichtige Straße. Das Auto wird automatisch erfasst, die Rechnung für die Straßennutzung kommt nach Hause.

 

Die Tauchbasis

 

Die im Feriencenter gelegene Tauchbasis hat von April bis Oktober geöffnet (nach Absprache auch außerhalb der Saison). Es gibt abschließbare Boxen für die Ausrüstung der Taucher, Tische zum Vorbereiten und Anlegen der Ausrüstung und Spül- und Trocknungsmöglichkeiten. Es kann Pressluft bis 300 bar, NITROX und TriMix gefüllt werden. Bei NITROX wird nach verbrauchtem Sauerstoff abgerechnet. Argon steht zur Verfügung. Die Mitarbeiter sind sehr freundlich und hilfsbereit.

 

Tauchpakete: Im Reisepreis war ein Tauchpaket mit Non-Limit-Tauchen am Hausriff und Tauchausfahrten zu nahegelegenen Naturtauchplätzen sowie zwei Wracks enthalten.

 

Zodiac-Ausfahrten: Für die Ausfahrten wird ein gut ausgestattetes Zodiac für bis zu zehn Taucher genutzt. Erste-Hilfe-Ausrüstung und Sauerstoff-Koffer sind auf dem Boot und in der Basis vorhanden.

 

Wrack der Dornier Do-24: Es gibt weitere Tauchplätze, wie das Wrack eines Dornier Wasserflugzeuges in der Nähe des Flughafens von Kristiansand. Solche Touren werden eigenständig durchgeführt. Die Basis hilft gern bei der Planung. Das Wrack der Dornier Do-24 ist gut mit dem Auto zu erreichen. In der Nähe des Strandes gibt es eine geschützte Wiese, wo man sich umziehen kann. Zurzeit laufen am Flughafen Bauarbeiten – es macht Sinn, mit den Bauarbeitern abzusprechen, ob man die Baustraße nutzen kann.

 

Die „Nordtaucher“

 

Die Gruppe „Nordtaucher“ von XING hat  derzeit fast 600 Mitglieder. Diese kommen größtenteils aus Norddeutschland und sind sehr aktiv. In diesem Jahr wurden bereits das Besucherbergwerk Kleinenbremen, und die Seen in Sundhausen gemeinsam betaucht. Geplant ist als nächstes ein Workshop zum Thema „Denkmalgerechtes Tauchen“ in Kiel (ausgebucht) und eine Tauchtour nach Gammel Albo.

 

Christoph Arndt betreibt einen YouTube Kanal, in dem es viele weitere Tauchvideos zu sehen gibt.


Wir bedanken uns bei den Fotografen und dem Autor!

 

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