Zum Tod des Unterwasserfilmers Mike DeGruy


Sein Name war mir nicht bekannt. Sein Gesicht und seine ansteckende Begeisterung kenne ich wie viele Taucher auch aus zahlreichen Unterwasserfilmen. Vor wenigen Tagen ist Mike deGruy bei einem Helikopter-Absturz ums Leben gekommen.

Als ich vor einigen Tagen auf diversen englischsprachigen Websites und Blogs vom Tod des amerikanischen Filmemachers Andrew Wight las, konnte ich mit diesem Namen nicht viel anfangen. Ich hatte ihn noch nie bewusst wahrgenommen. Ich las, dass Andrew Wight während der Arbeit bei einem Hubschrauber-Absturz gestorben ist und die Tauch- und Wissenschaftsszene um ihn trauert.

 

Als ich las, bei diesem Absturz sei ein weiterer Unterwasserfilmer, Mike deGruy, umgekommen, sagte mir auch dieser Name nichts. Sein Foto allerdings sagte mir viel: Sofort erkannte ich den weißhaarigen Mann, den ich in zahlreichen Unterwasserdokumentationen gesehen hatte und immer sympathisch fand. Gleich sah ich ihn vor meinem geistigen Auge in einem Mini-Tauchboot durch die Tiefsee gleiten und voller Begeisterung erzählen.

 

Weltweite Anerkennung und Erfahrung

 

Mike deGruy war ein weltweit bekannter Unterwasserfilmer, der unter anderem für die BBC, PBS und National Geographic arbeitete. Er war zum Beispiel Director of Photography in der preisgekrönten Dokumentation „Unser Blauer Planet“, der David Attenborough seine Stimme lieh. DeGruy filmte die meisten Bilder der Folge „In der Tiefsee“.

 

Der leidenschaftliche Taucher hat beide Pole betaucht, alle Kontinente bereist, ist hunderte Male mit Tauchbooten in die Tiefsee gesunken. Mit diesen Mini-U-Booten hat er sowohl im Atlantik als auch im Pazifik die Hydrothermalquellen sowie die Titanic gefilmt. Bei einem Haiangriff in den Marshall Islands wurde sein linker Oberarm schwer verletzt. Seine Begeisterung für die Ozeane war dadurch nicht zu erschüttern.

 

Ansteckende Begeisterung

 

Mike deGruy lebte zuletzt mit seiner Frau und zwei Kindern in Santa Barbara, Kalifornien. Neben der Filmerei stand er zunehmend auch selbst auf der Bühne. Er interviewte James Cameron, Sir David Attenborough und Al Gore. Und erzählte mit ansteckender Begeisterung von seinen jahrzehntelangen Erfahrungen als Weltreisender, Taucher, Unterwasserfilmer, Tauchboot-Pilot.

 

Andrew Wight und Mike deGruy waren Freunde und arbeiteten in Australien an einem neuen Projekt, als sie bei dem Helicopter-Absturz ums Leben kamen. Andrew Wight war der Pilot des Hubschraubers. Bei Twitter hatte Mike deGruy seine Freude über die Reise nach Australien geäußert und bereits angekündigt, das nächste Ziel sei Papua Neu Guinea. Dieses Ziel wird er nie erreichen.

 

Mike deGruy in einem leidenschaftlichen Vortrag über Oktopusse und seine Arbeit im Meer (TED Talk)


Weiterführende Infos

 

Der Sydney Morning Herald berichtete über den Absturz: http://www.smh.com.au/national/chopper-crash-victim-was-james-camerons-righthand-man-20120205-1qzh2.html

 

Website von Mike deGruy mit Kondolenzeinträgen: http://mikedegruy.com/

 

BBC-Websites zu „Unser Blauer Planet“: http://www.bbc.co.uk/programmes/b008044n (englisch) und http://www.bbcgermany.de/GERMANY/dokumentationen/genre11/sendung_28.php (deutsch)


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